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OTSconnect zeigte die Anwendungsgebiete und Grenzen von Chatbots auf


Kategorie: Technologie
01.12.2016 von Eva Wenzelhuemer

Bei der Veranstaltungsreihe von APA-OTS diskutierten Medien- und Kommunikationsexperten über die Anwendungsbereiche der neuen Technologie. Mit dabei waren Experten von oratio, Chatbot Agency, futurezone.at/Kurier und APA-OTS.

Bernhard Hauser (oratio), Cliff Kapatais (Chatbot Agency), Michael Leitner (futurezone.at/Kurier), Harald Mayer (APA-OTS) diskutierten über Chatbots. (Foto Copyright: APA-Fotoservice/Roßboth)
Bernhard Hauser (oratio), Cliff Kapatais (Chatbot Agency), Michael Leitner (futurezone.at/Kurier), Harald Mayer (APA-OTS) diskutierten über Chatbots. (Foto Copyright: APA-Fotoservice/Roßboth)

Chatbots sind virtuelle Assistenten, die meist über Messaging-Plattformen zum Beantworten von Fragen, für Wettervorhersagen, Ticketbuchungen, Customer Service und personalisierte Newsangebote zum Einsatz kommen. Die Bots stehen noch am Anfang, aber entwickeln sich durch lernende Algorithmen selbst weiter. Am 30. November 2016 diskutierte eine Expertenrunde auf Einladung von APA-OTS über die Möglichkeiten und Herausforderungen.

Chatbot-Boom

Wien wird von Bernhard Hauser, CEO oratio und Veranstalter der ChatbotConf2016, als „Chatbot-Speerspitze in Europa“ bezeichnet. Momentan werde von Plattform-Giganten massiv in die Technologie investiert. Allerdings sieht er Grenzen bei der Anwendbarkeit und ist der Meinung, die Bots bräuchten bestimmte, klar abgegrenzte Anwendungsfälle, um gut zu funktionieren, denn „nur weil etwas antwortet, ist es nicht per se intelligent“. Cliff Kapatais, Produkt- und Business-Development der Chatbot Agency, zeigt andere negative Punkte auf: „Wenn Chatbots Kommunikationsprozesse nicht erleichtern, dann steigen User schnell wieder auf herkömmliche Interaktionsformen um. Die Daten landen auch bei den Messenger-Plattformen, auf denen Bots betrieben werden. Was diese damit machen, können wir nicht kontrollieren.“

Anwendungsgebiete für Bots

Für Medien sind Chatbots laut Harald Mayer, Leiter Digital Services und Media Relations von APA-OTS und Chief Digital Officer der APA-Gruppe, aus zwei Gründen interessant: „Einerseits sind diese ein weiterer Publishing-Kanal, um dort zu sein, wo auch die Nutzer sind – und das sind derzeit Chatplattformen. Andererseits bieten sich damit Chancen im Sourcing von User-Informationen.“ Neue redaktionelle Chatbots wurden von APA-OTS für Presseaussendungen und der „Wahlbot“ vom ORF zur Bundespräsidentenwahl gelauncht.

Auch Storytelling kann, so meint Michael Leitner, Technologieredakteur bei futurezone.at/Kurier, von Chatbots übernommen werden: „Messenger sind besonders gut geeignet, um Geschichten zu erzählen. Push-Alerts der neuesten Meldungen allein sind nicht innovativ, es braucht eine neue Art des Journalismus.“ Der Kurier bekommt auch Unterstützung von der Google Digital News Initiative (DNI) für die Entwicklung einer plattformunabhängigen Lösung für Chatbots und neue Contentformate. Für die Zukunft sieht Leitner das Szenario, dass künstliche Intelligenzen wie Siri oder Cortana aus Chatbots Antworten für Fragestellungen an den Nutzer weitergeben. Die Expertenrunde meint, insgesamt seien für die zukünftige Entwicklung auch Payment-Lösungen entscheidend. Zudem müssten Chatbots Kaufentscheidungen abwickeln können. Auch die Beeinflussung von Meinungen und Wahrnehmung durch künstliche Intelligenz sei noch nicht genauer analysiert.

 

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