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Peter Bosek, Erste Group: Filialen wird es auch in zehn Jahren noch geben


Kategorie: News, Player
06.12.2016 von Eva Wenzelhuemer

„Mitarbeiter können bei vertraulichen Bankgeschäften mehr leisten als Algorithmen“, so Erste Group-Retailvorstand Peter Bosek bei seinem Vortrag im Hilton Vienna, in dem er über die Zukunft des Banking sprach.

Peter Bosek, Erste Group: „Banken hatten lange Zeit autistische Züge, weil es möglich war, Geld zu verdienen, ohne Kontakt mit dem Kunden zu haben.“ (Foto Copyright: leisure.at/Roland Rudolph)
Peter Bosek, Erste Group: „Banken hatten lange Zeit autistische Züge, weil es möglich war, Geld zu verdienen, ohne Kontakt mit dem Kunden zu haben.“ (Foto Copyright: leisure.at/Roland Rudolph)

Am 5. Dezember 2016 gab Erste Group-Retailvorstand Peter Bosek auf Einladung der American Chamber of Commerce (AmCham) im Hilton Vienna Einblicke in die Zukunft des Bankings und forderte ein neues Selbstbewusstsein für das europäische Bankengeschäft. „Banken hatten lange Zeit autistische Züge, weil es möglich war, Geld zu verdienen, ohne Kontakt mit dem Kunden zu haben. Früher konnte man auch ohne Kunden und nur durch Finanzgeschäfte erfolgreich sein. Während viele europäische Banken diesem Modell folgten, sind die österreichischen Banken sowohl am Heimatmarkt als auch in Zentral- und Osteuropa mit kundennahen Dienstleistungen einen eigenständigen Weg gegangen“, meinte Bosek zur Begrüßung.

Wertvolle Daten über Zahlungsflüsse

Die Erste Group reagiert mit dem Onlinebanking „George“ auf die bevorstehende Öffnung der Girokonten für die Nutzung durch Dritte. Auch Google und Facebook haben detaillierte Daten über die Nutzer, aber die Banken besitzen die wertvollen Informationen über Zahlungsflüsse. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen vermarkten Banken diese Daten nicht, sondern nutzen sie, um Kunden bei finanziellen Entscheidungen zu unterstützen, betonte Bosek. Er sieht die frühzeitige Reaktion auf Regulatorien als Chance, um durch innovative Bankinglösungen wie „George“ neue Kunden zu gewinnen. Zukünftig will er Neukunden durch weitere Dienstleistungen und ein faires Preismodell für den klassischen Zahlungsverkehr ansprechen. Auch Produkte von FinTechs gehören dazu, diese streben auch die Zusammenarbeit mit Banken an, um zu deren Kundenstock Zugang zu haben. Auch für die Banken sind die neuen Produkte ein Mehrwert für ihre Kunden, so Bosek.

Filialen werde es auch in zehn Jahren noch geben, so die Zukunftsvision von Bosek. Sie seien ein Pluspunkt gegenüber rein digitalen Anbietern. „Mitarbeiter können bei vertraulichen Bankgeschäften mehr leisten als Algorithmen“, zeigt sich der Erste Group-Vorstand überzeugt.

 

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