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Bundesregierung

Plastiksackerlverbot ja, aber...


Kategorie: Handel, Industrie
03.12.2018 von Willy Zwerger

Das von der Regierung ausgesprochene Verbot von Plastiksackerln bis 2020 sorgt nicht nur für Jubelschreie, sondern auch für heiße Diskussionen.

Foto: emiphoto111 - stock.adobe.com
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Was der heimische LEH und seine Protagonisten ohnehin bereits seit Jahren in Eigeninitiative verfolgen, nämlich die sukzessive Reduktion von Plastiksackerln und generell Plastikverpackungen bei Frischware, zeigt bereits Erfolge, wurden doch seit 2014 nicht weniger als 112 Millionen Plastiksackerln in Österreich eingespart - immerhin ein Rückgang von 20 Prozent.

Nun hat sich diesbezüglich die österreichische Bundesregierung zu Wort gemeldet und im Rahmen eines umfassenden Umweltschutz-Packages unter anderem bis 2020 ein generelles Plastiksackerlverbot beschlossen - was im Prinzip ein guter und wichtiger Schritt ist, weil nach wie vor rund 7.000 Tonnen Plastiksackerln jährlich in Umlauf kommen. Handelsinitiativen wie "Pfiat di Sackerl"  oder "Raus aus Plastik" bekommen nun also auch einen rechtlichen Turbo.

Das Problem in dieser Causa: Während sich der Lebensmittelhandel freiwillig zum Verzicht auf Plastiksackerln entschlossen hat, ist die Notwendigkeit dieses Schritts bei anderen Branchen oder bei Marktstandlern, Würstelbuden und Co noch nicht angekommen. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, sieht jedoch in einem generellen Verbot von Plastiksackerln nicht die Lösung: "Wir würden uns wünschen, dass hochwertige Mehrweg-Kunststofftragetaschen im Handel weiterhin kostenpflichtig eingesetzt werden dürfen. Diese werden schließlich nicht nach einem Einkauf weggeworfen. Darüber hinaus verfügt Österreich europaweit über die besten Systeme für Recycling und Getrenntsammlung."

Und Will macht auf noch etwas aufmerksam, nämlich die Notwendigkeit, hier auch den Online-Handel außerhalb Österreichs mit ins Boot zu nehmen, der nämlich bis dato von all diesen Regulierungen nicht betroffen war. Ein Unterfangen, dessen Umsetzung mit ziemlicher Sicherheit zur europaweiten Challenge werden wird.

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