CASH - Home

Rasche Hilfe bei Angriffen aus dem Netz


Kategorie: ecommerce, Handel
11.05.2018

Cybercrime steigt in Österreich weiterhin an. Die Wirtschaftskammer Wien startet nun eine Notfall-Hotline.

Die Wirtschaftskammer Wien hat nun eine Notfall-Hotline in Sachen Cybercrime © Bernd Kasper / pixelio.de
Die Wirtschaftskammer Wien hat nun eine Notfall-Hotline in Sachen Cybercrime © Bernd Kasper / pixelio.de

Kürzlich legte die Geneva Association, der weltweit führende Versicherungs-Think Tank, eine Studie zu Lücken im Versicherungsschutz vor. Im Bereich Cyberrisiko ergab die Analyse einen nicht versicherten Anteil an den Gesamtverlusten, von bis zu 90 Prozent. Weltweit macht dies einen Anteil von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Auch heimische Unternehmen sind vor Angriffen aus dem Netz nicht gefeit: So wurden laut der Studie „Cyber Security in Österreich“ der KPMG bereits 72 Prozent aller Unternehmen in Österreich Ziel einer Cyberattacke, Tendenz steigend.

„Wir wollen unseren Unternehmen Unterstützung und vor allem sehr schnelle Hilfe im Fall der Fälle bieten. Deshalb bietet die Wirtschaftskammer Wien ab sofort unter 0800 888 133 eine eigene Notfall-Hotline an, die jeden Tag 24 Stunden besetzt ist“, erklärt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting in der WKW anlässlich der Präsentation des Projektes. Die Hotline bietet sofortige Beratung und vermittelt bei Bedarf auch IT-Experten aus Wien.

Aber nicht nur die Anzahl der Fälle, auch die Schadenshöhen, die durch die Netz-Kriminalität verursacht werden, steigen. Internationale Erhebungen gehen von einem weltweiten Schaden von 600 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 aus: „Für Österreich bedeutet das einen Schaden von mehreren 100 Millionen Euro.“

Leopold Löschl, Leiter des Cyber Crime Competence Centers im Bundeskriminalamt und somit Österreichs oberster Cyber-Polizist, skizziert die aktuelle Entwicklung: „Letztes Jahr ist die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime-Delikten in Wien um über 31 Prozent auf rund 5.600 gestiegen. In den letzten vier Jahren lag das Wachstum immer über dreißig Prozent.“ Damit kommt ein Drittel aller Anzeigen in Österreich aus Wien. Auch eine zunehmende Professionalisierung der Kriminellen ist zu beobachten: „Phishing-Mails waren früher vor allem auf Grund sprachlicher Unzulänglichkeiten noch relativ einfach zu erkennen,“ so Löschl. Mittlerweile sei das nicht mehr der Fall. Auch werde die Szene immer internationaler. Was laut Löschl besonders wichtig sei, ist die sofortige Anzeige von Cybercrime-Fällen bei der Polizei: „Die Dunkelziffer ist hier leider besonders hoch.“

Angriffsziel KMU

Aufgrund der vielfältigen digitalen Kommunikationswege gibt es für die Cyber-Kriminellen auch immer mehr Eintrittspforten: „Die häufigsten Angriffswege sind E-Mail, Web-Browser, das Netzwerk, Social Engineering und nicht zu vergessen: Datenträger wie USB-Sticks“, so Harald Wenisch, IT-Sicherheitsexperte und Sprecher der der IT Security ExpertsGroup der Wirtschaftskammer: „Mit Abstand am häufigsten wird für Cyberangriffe auf Unternehmen Ransomware, also Schadsoftware die Computer und Daten verschlüsselt, eingesetzt. Das bewegt sich zwischen 40 und 60 Prozent, je nach Unternehmensgröße.“ Weitere Methoden der Verbrecher sind Betrug und Phishing. Hauptziele sind dabei Unternehmen, insbesondere KMU und Bereiche wie Vertrieb oder Personalabteilung: „Diese erhalten regelmäßig E-Mails von fremden Personen und sind gewöhnt unterschiedlichste Attachments zu öffnen und auf unbekannte Links zu klicken“, erklärt Wenisch.

Als wichtigste Präventionsmaßnahme empfiehlt Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT Wien eine Sensibilisierung der Mitarbeiter: „Natürlich sollte auch die verwendete Software, besonders Antivirenprogramme und Firewalls, immer auf dem letzten Stand sein. Veraltete Software öffnet virtuellen Einbrechern Tür und Tor.“ Wichtig sei es auch, regelmäßige Sicherheitskopien der Daten anzulegen und Software nur von vertrauenswürdigen Quellen herunter zu laden. Sollte ein Unternehmen dennoch Opfer einer Cyberattacke geworden sein, bietet die neue Cyber-Security-Hotline der Wirtschaftskammer Wien rasche Hilfe. „Die Hotline gibt nicht nur Anleitung zur Soforthilfe. Sie vermittelt auch umgehend Wiener IT-Experten, die dann betroffenen Unternehmen persönlich zur Verfügung stehen“, so Puaschitz.

Die Cyber-Security-Hotline der WKW
0800 888 133
24 Stunden und sieben Tage die Woche besetzt
Geschulte Mitarbeiter helfen sofort
Umgehende Vermittlung von Wiener IT-Experten, die rasch vor Ort sind

(Claudia Stückler)

Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

Weitere Artikel

  • 23.10.2018

    Beginn des Malwettbewerbs

    Auch heuer wieder ruft Ikea zum Ikea-Family-Malwettbewerb auf, er findet bereits zum fünften Mal...

  • 23.10.2018

    QVC ist Service-Champion 2018

    Der Multichannel-Händler QVC belegt 2018 im Service-Ranking von ServiceValue wieder Platz eins in...

  • 23.10.2018

    Neuer Hofer in Kagran

    Backbox, Marktplatz, Vinothek, verlängertes Kühlregal. Umweltfreundliche Filiale: Grünstrom aus...

  • 23.10.2018

    Mitmachen scheint sich zu lohnen

    Eine neue Black-Friday-Studie zeigt, dass Händler, die beim Black Friday nicht mitmachen, Nachteile...

  • 23.10.2018

    Ein alkoholfreier Aperitif

    Der neue Drink namens Elexir ist eine zart moussierende Cuvée aus dem Saft von Trauben, Apfel,...