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SalzburgMilch

Reine Lungau: Benchmark bei Ökoeffizienz


Kategorie: Industrie
19.06.2019 von Nataša Nikolić

Bio, nachhaltig, ökoeffizient und naturbelassen - und trotzdem fällt es der SalzburgMilch alles andere als leicht, Handelspartner für ihre Reine Lungau-Linie aus dem Biosphärenpark zu finden.

v.l.n.r. Dr. Thomas Guggenberger (HBLFA Raumberg Gumpenstein), Christian Leeb (SalzburgMilch), Helene Glatter-Götz (WWF), Markus Schaflechner (Biosphärenpark Lungau) © B. Dujmic
v.l.n.r. Dr. Thomas Guggenberger (HBLFA Raumberg Gumpenstein), Christian Leeb (SalzburgMilch), Helene Glatter-Götz (WWF), Markus Schaflechner (Biosphärenpark Lungau) © B. Dujmic
Christian Leeb hofft auf neue Absatzkanäle für die Reine Lungau-Linie © B. Dujmic
Christian Leeb hofft auf neue Absatzkanäle für die Reine Lungau-Linie © B. Dujmic
Reine Lungau Bio-Jogurt, Bio-Milch und Bio-Edel-Sauermilch © B. Dujmic
Reine Lungau Bio-Jogurt, Bio-Milch und Bio-Edel-Sauermilch © B. Dujmic

"Österreichische Molkereien können sich nicht über die Menge differenzieren, weil es europaweit Länder gibt, die weitaus mehr produzieren. Wir müssen uns stattdessen mit besonderen Ideen hervorheben", ist Christian Leeb, Geschäftsführer der SalzburgMilch überzeugt. Anfang der Woche präsentierte er Medienvertretern den Status-quo der Reine Lungau-Linie aus dem Biosphärenpark.

Und ebendiese meint Leeb auch, wenn er von Besonderem spricht. Denn die 54 Bio-Bauern in der Salzburger Alpenregion Lungau können als Vorbilder in nachhaltiger Landwirtschaft dienen: Einer aktuelle Ökoeffizienz-Studie der Forschungsgruppe Ökoeffizienz der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein zufolge gelingt die bäuerliche Milchproduktion für die Reine Lungau mit geringen Umweltwirkungen bei angemessenen Einkünften. Die durchschnittlich 20 Hektar großen Bauernhöfe liegen auf 1.150 Meter Seehöhe und füttern rund eine Kuh pro Hektar zu 100 % mit regionalem Futter. 94 % des Futters ist Wiesenfutter mit einem hohen Anteil an naturnahen Wiesen und Almweiden. Der extensive Nährstoffkreislauf von Stickstoff und Phosphor fördert indirekt die Artenvielfalt im Biosphärenpark Lungau, wie Studienleiter Dr. Thomas Guggenberger erklärt.

Deutlich höherer Milchpreis
Entsprechend gering ist die Lieferleistung an die SalzburgMilch mit einer Menge von 4.800 kg pro Kuh und Jahr. Zum Vergleich: Bei der konventionellen Milchproduktion, die Fütterung mit Kraftfutter einschließt, liegt die Milchleistung bei etwa 7.500 kg. Der ausgezahlte Milchpreis wurde von unabhängigen Stellen berechnet und liegt bei 65 Cent pro Liter, die SalzburgMilch hat noch 5 Cent draufgelegt, um ihre Milchbauern zu unterstützen.

Leeb: „Eine Milch dieser Art, aufgeladen mit den ehrlichsten und besten Werten, von Experten entwickelt und überprüft, die dem Bauern für seine tägliche Arbeit auch eine entsprechende Wertschöpfung beziehungsweise Abgeltung ermöglicht - das ist etwas Einzigartiges."

Schwierigkeiten mit den Listung
Nichtsdestotrotz fällt es den Salzburgern schwer, Abnehmer aus dem Lebensmittelhandel dafür zu finden. Für eine Eigenmarke wolle er diese Innovation aber dennoch nicht hergeben. Man hätte viel in die Marke investiert und es bei Weitem noch nicht hereingeholt. Es koste u.a. enorm viel Geld, die Milch tagesfrisch abzufüllen und an den Handel auszuliefern. Und die Konsumenten hätten so ihre Schwierigkeiten mit tagesfrischer Milch, die sie wegen des kurzen MHD oft fälschlicherweise als "alt" einschätzen.

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