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GfK Austria

Studie über Konsumverhalten türkischer Migranten veröffentlicht


Kategorie: Handel
04.09.2013 von Sabine Sperk

Präsentierten die Ergebnisse ihrer Studie über türkische Migranten (v.l.): Rudolf Bretschneider und Doris Kostera von GfK mit Stephan Marik-Lebeck von Statistik Austria © GfK
Präsentierten die Ergebnisse ihrer Studie über türkische Migranten (v.l.): Rudolf Bretschneider und Doris Kostera von GfK mit Stephan Marik-Lebeck von Statistik Austria © GfK

Am 4. September präsentierte die GfK Austria die Ergebnisse einer eigens erhobenen Studie zum Konsumverhalten türkisch-stämmiger Österreicher, deren Anzahl 2012 laut Statistik Austria rund 275.000 Personen - also rund 3,3 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung - betrug und deren Konsumpotenzial auf vier Milliarden Euro pro Jahr geschätzt wird. 500 Personen mit türkischem Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation wurden im Zeitraum von 18. März bis 10. April via Telefon befragt.

Das Fazit: Österreichische Konsumenten mit türkischen Wurzeln sind im Schnitt jünger als die österreichische Gesamtbevölkerung, sie sind markenbewusst und offen für Neues. Überraschend ist, dass türkische Migranten trotz eines geringeren Einkommens und der damit verbundenen geringeren Kaufkraft im Gegensatz zu ansässigen Österreichern beim Einkaufen mehr auf Qualität als auf den Preis eines Produktes schauen. Auch das Interesse an neuesten Trends und Entwicklungen ist auffallend. Im Gegensatz zu österreichischen Familien ohne Migrationshintergrund wird in türkisch-stämmigen Familien erstens ein größeres Automodell gekauft - hier bevorzugt deutsche, PS-starke Automarken wie VW und Mercedes Benz - und zweitens das Auto zumeist nicht von einer einzelnen Person benutzt, sondern mit den anderen Familienmitgliedern "geteilt" wird. Zwei von drei türkischen Migranten unter 40 Jahren besitzen ein Smartphone - das sind 67 Prozent - im Gegensatz zu 58 Prozent in der Gesamtbevölkerung.

Anders, als von manch einem vermutet wird, gab die Mehrzahl der Befragten an, dass sie über Produkte und Dienstleistungen lieber auf Deutsch als auf Türkisch informiert werden möchten. Klarerweise wird Deutsch eher von der jüngeren und gebildeteren Schicht bevorzugt. Acht von zehn Personen gaben an, dass sie täglichen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung pflegen.

Studienleiterin Doris Kostera sieht unausgeschöpfte Potenziale im Finanz- und Immobiliensektor: "Türkische Migrantinnen und Migranten besitzen im Durchschnitt weniger Finanzprodukte und legen ihr Geld vielfach nur kurzfristig an. Viele wünschen sich einen fixen persönlichen Ansprechpartner, ein anderer Teil dagegen bevorzugt den Kontakt per Telefon oder Internet. Hier gilt es, die migrantischen Kunden noch genauer unter die Lupe zu nehmen und die Marketingkonzepte entsprechend anzupassen."

Die Studienergebnisse der GfK finden sich hier im Anhang.

 

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