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Was die Jungen wollen


Kategorie: Handel, Industrie
18.06.2019 von Martin Ross

Die Eventagentur DocLX und Marketagent.com befragten in Österreichs größter Jugendstudie 2.263 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren. Hier ein paar Ergebnisse.

© Marketagent.com/DocLX
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Abkehr vom Auto

70,4 Prozent der jungen Österreicher wünschen sich kostenfreie öffentliche Verkehrsmittel, was bedeutet, dass ein eigenes Auto zu haben nicht mehr so wichtig ist; immerhin 47 Prozent wollen immer noch eines. Jeder fünfte Befragte kann sich sogar vorstellen, dass Gratis-Öffis bereits im kommenden Jahrzehnt eingeführt werden. Elektromobilität ist relevant (21,4 Prozent) und 17,2 Prozent sind für Car-Sharing. Mobilitätsplattformen wie Uber, CAR:GO oder Taxify haben für 16,7 Prozent der Befragten sehr hohe Relevanz. Und dann noch Zahlen zu einem heißen Thema der letzten Jahre: autonom fahrende Autos. In ein solches würden 46 Prozent der jungen Österreicher einsteigen; allerdings ist die Zustimmung bei Männern (60,9 Prozent) stärker ausgeprägt als bei Frauen (30,2 Prozent). Nur 20,8 Prozent der jungen Menschen können sich mit dem Gedanken eines derartigen Gefährts noch gar nicht anfreunden.

Umgang mit den Ressourcen

Das seit längerem stark ausgeprägte Umweltbewusstsein der Generation der 14- bis 29-Jährigen hat auch diese Studie bestätigt. Man sucht einen bewussten Umgang mit der Umwelt und achtet auf einen ökologisch nachhaltigen Lebensstil. Vegetarier (6,5 Prozent) und Veganer (2,6 Prozent) sind zwar eine verschwindend kleine Minderheit, allerdings halten 66,8 Prozent vegetarische Ernährung für gesund und ein knappes Viertel (24,8 Prozent) spricht dieses Urteil auch über einen veganen Lebensstil aus. Die überwiegende Mehrheit (79,5 Prozent) glaubt, dass vegetarische Ernährung umweltfreundlich sei. Über zwei Drittel (67,8 Prozent) denken dies auch über Veganismus. 78,4 Prozent sind der Überzeugung, dass vegetarische Ernährung ein langfristiger Trend und kein „Hype“ ist. Bei Veganismus sind nur 44,3 Prozent der Befragten dieser Überzeugung. Hier ist eine Verfestigung der Trend zu beobachten.

In einem gewissen Gegensatz dazu steht, dass nur 17 Prozent auf den „Nutri-Score“ („Nährwertangabe“ auf dem Lebensmittel-Etikett) achten. Zwei Drittel (66,1 Prozent) der jungen Menschen ist dieser bisher noch nie aufgefallen. Beim Plastik bzw. bei Plastikverpackungen ist das Bewusstsein stark ausgeprägt: Mehr als die Hälfte (51,7 Prozent) versucht, Plastikverpackungen weitestgehend zu vermeiden, Frauen stärker als Männer (57,5 Prozent). Das Plastiksackerl jedenfalls hat in dieser Generation ausgedient: 94 Prozent der jungen Menschen transportieren ihre Einkäufe zumeist in mitgebrachten Taschen, Sackerln oder Rucksäcken – ein sehr hoher Wert. Ähnlich viele (91,1 Prozent) sprechen sich auch für ein Verbot von Plastiksackerln aus.

Mehr als ein Helferlein: das Smartphone

Fast drei Viertel (73,7 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen sehen ihr Smartphone als normalen Gebrauchsgegenstand. Ein Zehntel (9,4 Prozent) sogar bezeichnet es allen Ernstes als „Freund“, und 7,6 Prozent betrachte es als eigenen Körperteil betrachten. Inwieweit dies vielleicht ironisch gemeint gewesen sein könnte, sagt die Studie nicht, die Frage ist aber berechtigt, sieht man sich die folgenden Zahlen an: Die Einstellung zur Nutzung des digitalen Dauerbegleiters – auf die kommt es letzten Endes ja an – sehen 78,4 Prozent kritisch, denn sie sagen, dass ihre Freunde zu viel Zeit mit dem Gerät verbringen. 72,2 Prozent sagen das von sich selbst, genauer: Sie sind sich dessen bewusst, dass sie selbst zu viel Zeit in gebückter Haltung über dem Smartphone verbringen. 24,2 Prozent kritisieren dies an ihren Eltern.

Auch der Wunsch nach einem digitalen Fasten ist relativ stark ausgeprägt: 74,3 Prozent wünschen sich zumindest manchmal eine Auszeit vom digitalen Wegbeleiter und können sich „Digital Detox“ vorstellen. Für den Rest ist ein Handyverzicht unvorstellbar. Ein handyloser Tag löst bei 30,8 Prozent der jungen Menschen Unruhe aus, ein Viertel (25,2 Prozent) fühlt sich ohne Smartphone gelangweilt. Handy-Abstinenz als Entspannung empfindet nur ein Drittel der Befragten.

Resümee

„Wir sehen das Bild einer sehr vernünftigen Jugend, die bereits mit der Digitalisierung aufgewachsen ist und eine gewisse Ambivalenz entwickelt hat. Schattenseiten der Digitalisierung sind ebenso bewusst wie Vorteile, Potenziale und verbindende Faktoren“, fasst DocLX-Gründer Alexander Knechtsberger zusammen, und Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl kommentiert: „Digitalisierung ist ein fixer Bestandteil des Lebens der jungen Österreicher und wird nicht mehr losgelöst gesehen. Im Umgang mit digitalen Medien und Devices sind die 14- bis 29-Jährigen sehr bewusst und nutzen sie gezielt. Auch eine Auszeit vom hyperdigitalen Dauerstress wird als immer erstrebenswerter angesehen.“

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