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Wie man einen Laden vernetzt


Kategorie: Handel
03.10.2016 von Martin Ross

Stationärer Handel und Onlinehandel können synergetisch miteinander verbunden sein, indem man den Laden ums Eck vernetzt. Dabei stehen die Kiosksysteme im Zentrum, deren Funktionen durchaus erweiterbar sind.

Visualisierung der Idee des vernetzten Ladens © Brodos AG
Visualisierung der Idee des vernetzten Ladens © Brodos AG

Man braucht sich nur im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis umhören: Jeder, der einen Internetzugang hat, hat irgendwann einmal online eingekauft. Diese Beobachtung dürfte der unausgesprochene Ausgangspunkt der im August des Vorjahres veröffentlichten Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) gewesen sein, die mit vielen interessanten Zahlen zum Onlinehandel aufwarten kann. Genaueres steht hier. Jedenfalls haben sich im Handel zwei Welten aufgetan, die mehr nebeneinander als miteinander zu existieren scheinen. Es heißt zwar, dass der stationäre Handel noch nicht wirklich unter dem Boom des Onlinehandels leidet, aber erste Anzeichen dafür sind sichtbar, und es wäre für beide Kanäle gut, wenn sie miteinander verbunden wären. Es geht darum, den Kunden sozusagen von überall abzuholen.

Kiosksystem

Eine Idee für diese Verbindung wäre das Konzept eines vernetzten Ladens, also mit der Vernetzung von Online und Offline das stationäre Ladengeschäft zum zentralen Einkaufspunkt der Kunden zu machen, aber unter den neuen, wenn man so will: digitalen Bedingungen. Brodos im deutschen Baiersdorf hat so einen vernetzten Laden entwickelt, der mit Tools wie Kiosksystem und „Digital Signage“ die Vorteile des Internets in den Shop bringt und somit durch ein verbessertes Einkaufserlebnis Chancengleichheit zu den Etailern herstellt. Das heißt, es befindet sich ein Kiosk an Ort und Stelle im Laden, ein Touch-Terminal, und es gibt es auch Online-Kiosk, also einen Online-Shop, der für alle Endgeräte optimiert ist – das heißt mit jeweils angepasster Usability –, sei es für PC, Tablet oder Smartphone. Dort gibt es genau dasselbe Sortiment wie im stationären Kiosk. Kunden können dann auch außerhalb der Öffnungszeiten Produkte per Click & Collect direkt zur Abholung beim Händler um die Ecke bestellen. Die bekannten Value-Added-Distributionssysteme sind zu kompliziert, der Kunde interessiert sich nur dafür, wie er möglichst einfach an sein Objekt der Begierde kommen kann.

„Und“ statt „Oder“

Vereinfacht gesagt geht es darum, das „Oder“ in „stationärer Handel oder Onlinehandel“ durch ein „Und“ zu ersetzen. Dominik Brokelmann, CEO Brodos AG, hat ein Buch darüber geschrieben, wie diese Idee des vernetzten Ladens funktionieren könnte: der stationäre Handel soll künftig von den Vorteilen des Onlinehandels profitieren (jederzeit einkaufen können, größere Produktauswahl, ausführlichere Produktbeschreibungen und günstigere Preise usw.), und umgekehrt dieser von jenem: Einkaufen als Event, Face-to-Face-Fachberatung, ausprobieren und testen usw. Für das Kiosksystem im Laden bedeutet das, dass es mehr können muss, als den Kunden bloß zu informieren: Es muss Laden und Kunden miteinander vernetzen.

Das Buch:
Dominik Brokelmann: Der vernetzte Laden, Verlag ContentCard: Baiersdorf 2015; ISBN Hardcover: 978-3-9817545-0-6,  24,95 Euro; ISBN eBook: 978-3-9817545-1-3, 17,99 Euro

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