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WKO sieht Mercosur als Chance


Kategorie: Handel
12.07.2019 von Karl Stiefel

Zwar müssen Bedenken ernst genommen werden, doch das Abkommen biete viele Möglichkeiten für heimische Unternehmen, so WKO Generalsekretär Karlheinz Kopf.

Karlheinz Kopf ist dem Abkommen nicht abgeneigt.<br>© WKÖ - Marek Knopp
Karlheinz Kopf ist dem Abkommen nicht abgeneigt.
© WKÖ - Marek Knopp

"Jeder zweite heimische Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt am Export", betont Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich. Deshalb sieht er das umstrittene Mercosur-Abkommen als eine Chance für die Wirtschaft: "In Zeiten drohender Handelskriege ist die Einigung zwischen der EU und Mercosur gerade für ein exportorientiertes Land wie Österreich ein wichtiges Signal für freien Handel und gegen Abschottung. Mit dem neuen Abkommen erweitern wir das solide Fundament der rot-weiß-roten Exportwirtschaft, die eine wichtige Säule für Wohlstand und Beschäftigung in Österreich ist."

Der große Vorteil für Österreichs Exporteure seien die geringeren Zölle sowie ein höherer Grad an Rechtssicherheit beim Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, die zusammen einen 260-Millionen-Einwohner-Markt bilden. Bei all dem Enthusiasmus der WKO möchte Kopf die Kritik an dem Abkommen jedoch nicht ignorieren: "Die von unterschiedlichen Seiten geäußerte Kritik etwa im Bereich der Landwirtschaft oder beim Klimaschutz gilt es ernst zu nehmen und bei der in den kommenden Monaten stattfindenden Ausformulierung des Abkommens zu berücksichtigen. Sicher ist schon jetzt: Die hohen Qualitätsstandards der EU bleiben jedenfalls unangetastet und können durch das Mercosur-Abkommen nicht gesenkt werden."

Für den Generalsekretär ist die Einhaltung der Klimaschutz-Abkommen beider Regionen ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit. Brasilien etwa möchte die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwaldes komplett stoppen und bis 2030 rund 12 Millionen Hektar wieder aufforsten. Zudem soll der CO2-Ausstoß des Landes bis 2025 um 37 % verringert werden.

Die Handelsbilanz zwischen Österreich und den Mercosur-Ländern ist positiv: Rund 1 Milliarde Euro an Exporten standen 2018 Importen von 640 Millionen Euro gegenüber. Exportschlager sind dabei Maschinenteile und Fahrzeuge, importiert werden vorwiegend Rohstoffe.

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