CASH - Home

Hernstein Institut

Work-Life-Balance und Karriere mit Teilzeit


Kategorie: Industrie, Handel, Studien
31.07.2018 von Martin Ross

Der aktuelle Hernstein-Management-Report versucht folgende Frage zu beantworten: Wie balancieren Führungskräfte Beruf und Freizeit, und ist Karriere mit Teilzeit ein frommer Wunsch oder Wirklichkeit?

Gelingt der Balanceakt zwischen Leben und Arbeit? © Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Gelingt der Balanceakt zwischen Leben und Arbeit? © Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Der Hernstein-Management-Report 2/2018 erhebt, dass über zwei Drittel der befragten Führungskräfte eine ausgeglichene Work-Life-Balance erleben. 62 % fühlen sich darin in hohem Maß von ihren Unternehmen unterstützt. In diesem Zusammenhang ist auch das Thema Teilzeitarbeit relevant, und dabei können sich 54 % der Befragten nicht vorstellen, ihre Arbeitszeit aus persönlichen Gründen zu reduzieren. Grund dafür ist, dass ein gutes Drittel Bedenken hat, dass die eigene Karriere als Führungskraft davon negativ beeinflusst wird. – Ist es aufwändiger, Teilzeitkräfte zu führen? 53 % der Führungskräfte meinen, es macht keinen Unterschied, 25 % halten es für schwieriger.

Work-Life-Blending

Seit ein paar Jahren west der Begriff „Work-Life-Blending“ herum. Damit bezeichnet man, kurz gesagt, das Ineinander-Übergehen von Arbeitszeit und Freizeit. Es liegt auf der Hand, dass das zum Nachteil der Freizeit, die ja eigentlich der Erholung dient, geht, und das modische Stichwort „Arbeitszeitflexibilisierung“ scheint wohl das Deckmäntelchen für die Etablierung des Work-Life-Blending zu sein. Den Begriff „Work-Life-Blending“, so Hernstein, kennen 43 % der Führungskräfte nicht. 42 % halten dieses Konzept im Alltag für irrelevant, gleichzeitig geben knapp zwei Drittel der Befragten an, einen Anruf ihres Vorgesetzten beim Abendessen zuhause zu beantworten und im Bedarfsfall Arbeitsaufgaben am Wochenende mit nach Hause zu nehmen.

„Die zentrale Frage rund um Life-Balance oder Work-Life-Blending ist der eigene Umgang damit. Dieser hängt sehr stark von der inneren Haltung ab. Und inwiefern man als Führungskraft gelernt hat damit umzugehen. Dabei gilt es, sich im ersten Schritt der eigenen Stressmuster und Grenzen bewusst zu werden und sie folglich zu berücksichtigen“, konstatiert Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership. Ergänzend fügt sie hinzu: „Selbstführung ist ein wichtiger Schritt für die erfolgreiche Arbeit als Führungskraft. Und diese kann man sich erarbeiten.“

Führe dich selbst?

94 % der befragten Führungskräfte in Deutschland und Österreich geben an, in hohem Maß eigenmotiviert zu arbeiten und täglich ihr Bestes zu geben. Über zwei Drittel sagen, dass sie ihr Arbeits- und Privatleben im Großen und Ganzen gut miteinander vereinbaren können. Mehr als die Hälfte davon (37 %) stimmen dieser Aussage sogar ausdrücklich zu. Das bedeutet, dass rund ein Drittel der befragten Führungskräfte ein deutliches Spannungsfeld zwischen Beruf und Privatleben erleben.

In diesem Spannungsfeld sind verschiedene Arbeitszeitmodelle angesiedelt, und der Hernstein-Management-Report hat deren Unterschiede untersucht. 67 % der Vollzeit-Führungskräfte erleben Arbeits- und Privatleben als ausgeglichen. Deutlich öfter trifft das bei den Teilzeit-Führungskräften zu: 78 % der befragten Teilzeit-Führungskräfte, die mehr als 20 Stunden arbeiten, geben an, dass die Balance gelingt. Ein interessantes Detail ist, dass im oberen und Top-Management jede zweite Führungskraft (55 %) das Gefühl hat, ständig erreichbar sein zu müssen. Im unteren Management sind es lediglich 31 %.

So weit in kurzes Schlaglicht auf den Report. Detailliertere Darstellungen sind natürlich im Report selbst zu finden, den das Hernstein Institut als PDF zum Runterladen anbietet.
Hernstein-Management-Report 2/2018

Das Manager Magazin 2016 zum Work-Life-Blending



Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

 

Weitere Artikel