CASH - Home

Wirtschaftskammer Österreich

Zu wenig Geld in den Banken


Kategorie: Handel, Industrie
05.07.2019 von Martin Ross

Eine aktuelle Studie der EU-Bankenaufsicht EBA zeigt, dass die Banken in Europa 135 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital benötigen.

Den heimischen Banken fehlen 1,5 Mrd. Euro © Timo Klostermeier/pixelio.de
Den heimischen Banken fehlen 1,5 Mrd. Euro © Timo Klostermeier/pixelio.de

Dieses Geld werde benötigt, um die neuen Eigenkapitalregeln des Basler Ausschusses (Basel IV) zu erfüllen, schreibt die WKÖ heute in einer Aussendung. Auf die heimischen Institute heruntergerechnet, geht es um 1,5 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital, und zwar zusätzlich zu der in den vergangenen zehn Jahren verdoppelten Kapitalquote. „Diese 1,5 Mrd. Euro sind sehr konservativ kalkuliert und wären besser in der Finanzierung der Unternehmen angelegt. Mit diesem Betrag kann ein Mehrfaches an Krediten vergeben werden“, kritisiert Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und er warnt: „Vor allem für die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen darf es bei der Umsetzung von Basel IV zu keinen Verschärfungen kommen.“

Als Argumentationshilfe führt man auch eine Äußerung von OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny an, die er im Rahmen der Präsentation des Finanzmarktstabilitätsberichtes traf: Es wäre problematisch, könnten österreichische Banken nicht mehr strategische Beteiligungen an Unternehmen beibehalten bzw. eingehen. Die Sicherung derartiger Kernaktionärsstrukturen an heimischen Champions wie etwa der Voestalpine wäre durch die drastisch erhöhten Eigenkapitalanforderungen nicht mehr darstellbar.

Kommentar hinzufügen
Felder, die mit einem Stern (*) markiert sind, müssen ausgefüllt werden!

Weitere Artikel