Kundenbindung und Datenschutz - Geburtstagsgr...
 

Kundenbindung und Datenschutz - Geburtstagsgrüße aus der Datenbank

Viele Unternehmen, die über die dafür notwendigen Daten verfügen, betreiben Kundenbindung indem sie regelmäßig Informationsmaterial an ihre Kunden versenden.

Ein besonders aufmerksames Mittel der Kontaktpflege und Kundenbindung stellen Geburtstagsgrüße dar, begleitet von Informationen zu aktuellen Angeboten oder Gutscheinen für den nächsten Besuch.  

Auch wenn sich viele Kunden über derlei Aufmerksamkeiten freuen, so stellt dies letztlich doch eine Form der Werbung dar, welche aus Sicht des Datenschutzes nicht unbedenklich ist und daher gewisser Vorkehrungen bedarf.  

Ausgangspunkt der Werbung via Geburtstagsgruß ist regelmäßig die Kenntnis um das Geburtsdatum bzw zumindest den Geburtstag, sowie eine Email- oder Postadresse des namentlich bekannten Kunden. Diese Daten wiederum sind sog „personenbezogenen Daten“ iSd Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), deren Erheben, Ordnen, Speichern, (gezieltes) Abfragen und letztlich Verwenden zur Adressierung von Werbung eine Daten-Verarbeitung darstellt.

Die Verarbeitung von personenbezogenen Daten ist in der Regel jedoch nur dann zulässig, wenn die betroffene Person dazu ihre Einwilligung gegeben hat (Art 6 Abs 1 lit a DSGVO). Von einer vorherigen Einwilligung kann aber etwa dann abgesehen werden, wenn die Daten-Verarbeitung zur Wahrung „berechtigter Interessen“ des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich ist. Aber auch in diesem Fall wäre die Daten-Verarbeitung nur dann zulässig, wenn eine Interessenabwägung zugunsten des Werbers und dessen „berechtigten Interessen“ ausschlägt, die gegenläufigen Interessen der betroffenen Person am Unterbleiben dieser Daten-Verarbeitung sohin nachrangig sind.  

Da jedoch Direktwerbung nach der DSGVO grundsätzlich als Verarbeitung angesehen wird, welche zur Wahrung eines berechtigten Interesses erforderlich sein kann, könnte unter diesen Voraussetzungen eine Direktwerbung auch ohne eine vorhergehende Einwilligung erfolgen.  

Aber selbst dann, wenn die Datenverarbeitung aufgrund einer erteilten Einwilligung oder wegen des berechtigten Interesses an der Direktwerbung bereits als rechtmäßig anzusehen ist, kommt der betroffenen Person jederzeit das Recht zu, gegen diese Daten-Verarbeitung Widerspruch einzulegen. Dies gilt für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit Direktwerbung in einem ganz besonderem Maße: widerspricht die betroffene Person der Verarbeitung ihrer Daten für Zwecke der Direktwerbung, so dürfen ihre personenbezogenen Daten nicht mehr für diese Zwecke verwendet bzw verarbeitet werden (Art 21 Abs 3 DSGVO). Auf dieses Widerspruchsrecht muss die betroffene Person zudem bereits bei der ersten „Kommunikation“ ausdrücklich hingewiesen werden.  

Selbst wenn die Direktwerbung grundsätzlich ein zur Daten-Verarbeitung berechtigendes Interesse darstellt, so ist der Ausgang der erforderlichen Interessensabwägung ungewiss. Angesichts der drohenden Strafen von bis zu 20 Mio Euro für unrechtmäßigen Datenverarbeitungen ist es daher empfehlenswert, schon bei der Erhebung der Kundendaten die Zustimmung zur Verwendung dieser Daten zu Werbezwecken einzuholen und gleichzeitig auch auf das jederzeitige Widerspruchsrecht hinzuweisen.  

Auch wenn diese Vorgangsweise umständlich und bürokratisch erscheint, so wird der Kunde den sorgsamen Umgang mit seinen Daten ebenso schätzen, wie eine regelmäßige Aufmerksamkeit zum Geburtstag.
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