GS1 Austria: Gregor Herzog: Lückenlos erfasst
 
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Gregor Herzog: Lückenlos erfasst

GS1 Austria - Katharina Schiffl
Gregor Herzog, Geschäftsführer von GS1 Austria, spricht im Interview über die praktische Anwendung vom Rückverfolgbarkeits-Service GS1 Trace.
Gregor Herzog, Geschäftsführer von GS1 Austria, spricht im Interview über die praktische Anwendung vom Rückverfolgbarkeits-Service GS1 Trace.

Die Rückverfolgbarkeit von Artikeln und Zutaten ist für viele Branchen wichtig – jedoch aus unterschiedlichen Gründen, wie GS1 Austria-Geschäftsführer Mag. Gregor Herzog im CASH-Interview schildert.

CASH: Herr Herzog, mit dem Rückverfolgbarkeitsservice GS1 Trace haben Handel und Industrie die Möglichkeit, die Wertschöpfungskette transparenter zu gestalten. Welche Daten sind dafür relevant?
Gregor Herzog: Jedes Event entlang der Wertschöpfungskette wird durch GS1 Trace erfasst. Wenn etwas mit dem Produkt passiert, wird es dokumentiert – vom Rohstoff über die Verarbeitung, Verpackung, Lagerung bis hin zur Auslieferung an den Handel. Das macht den großen Unterschied zwischen der Herkunftskennzeichnung und der Rückverfolgbarkeit aus, denn so sind nicht nur der Ursprung der Rohstoffe, sondern alle Zwischenstationen bekannt. Die dadurch erzeugte Transparenz wird angesichts von Themen wie der Nachhaltigkeit, Regionalität oder fair gehandelten Produkten immer relevanter.

Wie wird sichergestellt, dass die dabei eingegebenen Daten auch der Wahrheit entsprechen?
Wir sind keine Lebensmittelinspektoren und das ist für GS1 Trace auch kaum notwendig. Das System verwenden Hersteller und Händler, die langjährige Geschäftsbeziehungen pflegen und funktionierende Prozesse genauer erfassen wollen. Wir sind oft selbst erstaunt, wie stabil und langlebig die Lieferketten in Österreich sind. Falsche Daten in diesem System wären also in niemandes Interesse. Was wir aber sehr wohl überprüfen können, sind angegebene Stammdaten wie etwa der Zuckergehalt eines Produkts. Der lässt sich einfach messen. Ob ein Tier nun von einem bestimmten Landwirt aufgezogen wurde oder nicht – dafür braucht es Vertrauen und das haben sich die Geschäftspartner oft über Jahre hinweg erarbeitet.

Nutzen alle Händler und Hersteller das System auf die gleiche Art?
Nein, die Kunden definieren genau, welche Informationen sie dokumentiert haben wollen. So entstehen nur relevante Daten. Welche das sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Beim Fischfang gibt es etwa eine europaweite Regulierung, ein Händler hingegen könnte bei seiner Fleisch-Lieferkette ganz andere Ansprüche haben. Im Endeffekt regelt der Markt, wie und wo die Informationen verwendet werden. Unabhängig von der Nutzung gelten allerdings die gleichen Standards für alle Teilnehmer.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper  hierlesen

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