ARA: Die Perfektionierung der Kreislaufwirtsc...
 
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Die Perfektionierung der Kreislaufwirtschaft

Mario Pernkopf
V.l.n.r.: Die ARA-Vorstände Christoph Scharff und Harald Hauke sowie ARA-Aufsichtsratvorsitzender Alfred Berger präsentierten ein Zukunftspaket für Österreichs Kreislaufwirtschaft
V.l.n.r.: Die ARA-Vorstände Christoph Scharff und Harald Hauke sowie ARA-Aufsichtsratvorsitzender Alfred Berger präsentierten ein Zukunftspaket für Österreichs Kreislaufwirtschaft

Mit einem nun vorgestellten Zukunftspaket will sich die Altstoff Recycling Austria (ARA) als "unentbehrlicher Partner für Wirtschaft, Politik und KonsumentInnen" in Sachen Kreislaufwirtschaft positionieren.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist schon sehr viel gelungen und Österreich erreicht bereits jetzt bei Papier, Glas und Metall die Recycling-Ziele der Europäischen Union für das Jahr 2030. Auch bei Kunststoffverpackungen erfüllt Österreich mit 34 Prozent "locker" die zurzeit geforderte EU-Recylingquote von 22,5 Prozent.


Doch ab dem Jahr 2025 steigt dieser Wert auf 50 Prozent, was gehörigen Handlungsbedarf zur Folge hat. Dieser Herausforderung stellt sich die ARA, - laut eigenen Angaben mit rund 75 Prozent Marktanteil heimischer Marktführer der Sammel- und Verwertungssysteme - denn schließlich sieht man sich "nicht nur als Treiber für die Kreislaufwirtschaft in Österreich, sondern vor allem als unentbehrlicher Partner für Wirtschaft, Politik sowie Konsumentinnen und Konsumenten", betont ARA-Vorstand Christoph Scharff. Um im Kunststoffrecycling konkrete Fortschritte zu machen, will man die Haushaltssammlung ausbauen und sukzessive von Bring- auf Holsysteme umstellen. "Zudem müssen wir die Sammlung im Event-, Freizeit- und Außer-Haus-Bereich wesentlich steigern - hier sind wir mit dem Pilotprojekt Big Belly Solar, einem energieautarken Sammelbehälter inklusive Abfallverdichter und Füllstandsmeldung per Funk, in verschiedenen Städten stationiert", erklärt Scharff.

Weiters ist es der Wunsch der ARA, die Sammlung von Kunststoffverpackungen österreichweit zu vereinheitlichen. Bisher werden beispielsweise Joghurtbecher in den einzelnen Bundesländern ganz unterschiedlich eingestuft - das Spektrum reicht von Restmüll bis hin zum Gelben Sack. Apropos Gelbe Tonne und Gelber Sack: In diese sollen - geht es nach den Wünschen der ARA - zukünftig österreichweit Kunststoffverpackungen, Getränkekartons und Metallverpackungen gemeinsam hineingeworfen werden. Als Erfolgsbeispiel nennt Scharff die Bundeshauptstadt Wien, wo dieses System 2019 eingeführt wurde. Durch diese Vereinfachung gab es bei den PET-Flaschen ein Plus von 26 Prozent, bei den Getränkedosen um 24 Prozent und bei Getränkekartons um 30 Prozent.

Großes ungenutztes Potenzial ortet Harald Hauke, seit Oktober 2020 Vorstand der ARA, im Bereich Gewerbeabfall. Konkret spricht er von rund 50.000 Tonnen Kunststoffverpackungen in teils sehr guter Qualität, die allerdings in rund einer Million Tonnen Abfall enthalten sind. "Daher braucht es aus Sicht der ARA eine gesetzlich definierte Trennpflicht und ein Verwertungsgebot für gewerbliche Verpackungen, damit die Sammelmenge in diesem Bereich um 40 Prozent gesteigert werden kann", so Hauke.

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