Dossier Payment/Kommentar: Bezahlen braucht M...
 
Dossier Payment/Kommentar

Bezahlen braucht Mehrwert

Manstein Verlag / Sabine Klimpt

Alternative Zahlungsmethoden gewinnen an Bedeutung - aber das funktioniert nicht nur durch ihre eigentliche Kernfunktion.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe Lust auf die Zukunft. Die ist bei mir oft mit technischen Neuerungen verbunden. Der Staubsauger-Roboter, Streaming-Services oder eben die Geldbörse am Handy. Mit dem Haushalts-Roboter spare ich mir täglich eine ungeliebte Tätigkeit im Haushalt, die Streaming-Dienste lassen mich meine Musik und Filme überall mit hinnehmen und die Payment-Innovationen ... nun, die sorgen halt dafür, dass ich keine Karte aus der Geldbörse, sondern das Handy aus der Tasche ziehe.

Einfach nur ein Ersatz zu sein, genügt nicht - ein Mehrwert für Business-Kunden und Konsumenten muss geschaffen werden. Eine Erweiterung des Kontos oder der Kreditkarte zu sein, reicht dabei nicht aus. Nur, wenn zusätzliche Dienstleistungen und Services geboten werden - wie etwa die Möglichkeit zur Ratenzahlung, die Kontrolle von Ausgaben oder die Verknüpfung mit Kundentreueprogrammen - zahlt es sich für die Nutzer aus, auf den Payment-Anbieter umzusteigen und für die Händler, den Dienst als Bezahlmöglichkeit anzubieten. Hier entsteht die dringend benötigte Synergie: Die Services steigern mit jedem kooperierenden Händler ihre Relevanz und im Gegenzug bietet der Handel über die Dienstleister Zusatzfunktionen an.

Auf gar keinen Fall dürfen diese Bezahllösungen allerdings in der nationalen Nische verschwinden. Nur, wenn grenzüberschreitend die Nutzung garantiert wird, lässt sich die kritische Menge an Nutzern erreichen, die es für den langfristigen Erfolg der Dienstleister braucht. Das bedeutet aber keineswegs, dass nur die großen Namen in der Branche das Zeug haben, sich durchzusetzen. Durch das Schaffen von kontinentalen oder internationalen Netzwerken ist ein "Payment-Roaming" wie beim Mobilfunk tätig. Der in Asien beliebte Service AliPay ist etwa bereits in Österreich nutzbar. Entsprechend wird es darauf hinauslaufen, dass nationale Anbieter ihre Heimatmärkte stark servicieren werden, durch die Zusammenarbeit aber das Bezahlen in einem anderen Land problemlos funktioniert.

Was bringt die Payment-Zukunft also? Hoffentlich einen lebendigen Markt mit innovativen Teilnehmern unterschiedlicher Größe. Mit der zunehmenden Selbstverständlichkeit von Payment-Diensten wird die Grenze zwischen stationärem und Online-Handel weiter verschwimmen - das so oft angestrebte Omnichanel-Modell.

stats