Krieg in der Ukraine: Deutliche Verteuerung f...
 
Krieg in der Ukraine

Deutliche Verteuerung für Luftfracht

Lukas Wunderlich - stock.adobe.com

Bereits vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine war Luftfracht eine knappe und kostspielige Dienstleistung, die sich durch Luftraumsperren und den Wegfall russischer Anbieter auf dem europäischen Markt weiter verteuert.

Laut Aussage von Lufthansa Cargo verlängern sich ihre Flüge auf der Verbindung von Mitteleuropa nach China, Korea oder Japan bzw. in umgekehrter Richtung derzeit um mehrere Stunden, wobei bis zu 20 Prozent weinger Fracht mitgenommen werden kann. Der Grund dafür ist der zurzeit für zahlreiche europäische Fluglinien gesperrte russische Luftraum. Gleichzeitig fallen russische Frachtfluggesellschaften als Anbieter auf dem europäischen Markt aus, da für sie wiederum der europäische Luftraum weitgehend gesperrt ist. Weiters steigen angesicht der geopolitischen Spannungen die Rohöl- und Kerosinpreise. Darüberhinaus gehen Luftfahrtexperten davon aus, dass das Flugaufkommen und damit die Zulademöglichkeit in Passagierjets aufgrund der globalen Verunsicherung eher sinkt denn steigt. Die Folge: Die ohnehin schon sehr hohen Preise in der Luftfracht werden weiter steigen. 

Überproportional davon profitieren könnten möglicherweise die großen arabischen Fluggesellschaften wie Emirates und Qatar Airways, die bisher wie chinesische Unternehmen weiterhin den russischen Luftraum nützen dürfen. Zudem müssen die beiden Erstgenannten aufgrund der geografischen Lage ihrer Drehkreuze am Persischen Golf wenig bis kaum etwas an ihren Verbindungen nach Fernost ändern.

Detail am Rande: Im Zuge der Kampfhandlungen am Flughafen Kiew Hostomel wurde die weltgrößte Transportmaschine, die von Antonow Airlines betriebene AN-225, zerstört. Das sechsstrahlige Flugzeug, von dem nur ein einziges Exemplar existierte, weilte seit 5. Februar 2022 zu Revisionsarbeiten an ihrem Heimatflughafen und konnte diesen vor Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen nicht mehr verlassen.
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