Österreichische Post: Post fusioniert ihre Bu...
 
Österreichische Post

Post fusioniert ihre Business-Töchter

Österreichische Post/Christian Husar
Walter Oblin, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Brief & Finanzen der Österreichischen Post und George Wallner, Geschäftsfeldleiter Post Business Solutions in der Österreichischen Post
Walter Oblin, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Brief & Finanzen der Österreichischen Post und George Wallner, Geschäftsfeldleiter Post Business Solutions in der Österreichischen Post

Die Österreichische Post bündelt ihre Aktivitäten zum Outsourcing von Geschäftsprozessen unter der neuen Marke Post Business Solutions und verspricht sich schnelles Wachstum.

Aus Vier wird Eins: Die Österreichischen Post AG bündelt ihre vier Tochterunternehmen Scanpoint, EMD, D2D und sendhybrid in der Post Business Solutions GmbH. Unter dieser gemeinsamen neuen Marke werden ab sofort sämtliche Lösungen im Bereich Dokumenten- und Informationsmanagement vereint. "Zusammen bringen wir mehr zusammen", lautet der griffige Slogan zur Neuaufstellung des schnell wachsenden Geschäftsbereichs, der im Vorjahr für einen Umsatz von 45 Mio. Euro stand. Für heuer erwartet Geschäftsführer George Wallner bereits Erlöse in Höhe von 48 Mio. Euro. "Wir sind gerade in einigen großen Ausschreibungen drin", verrät er im Pressegespräch.


Die bisherige, historisch gewachsene Struktur sei vor allem für Kunden unübersichtlich gewesen. Darüber hinaus habe man sich damit teilweise innerhalb des Konzerns selbst Konkurrenz gemacht, erklärt Wallner. Durch die Bündelung der Kräfte erwarte man sich einen starken Schub.


Die Post Business Solutions sieht sich als erfahrene und zuverlässige Partnerin von Unternehmen bei der Optimierung, Digitalisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen im Dokumenten- und Informationsmanagement – von der Abholung und Zustellung von Postsendungen über die Digitalisierung von Dokumenten und das Dokumentenmanagement bis hin zur Optimierung der Kundenkommunikation. Rund 30 unterschiedliche Services umfasse das gesamte Portfolio, aus den Top 500 Unternehmen zähle jedes zweite zum Kundenkreis. 1,6 Mio. Seiten würden jeden Tag bearbeitet, vor allem in den Bereichen Verwaltung, Banken, Versicherungen, Telekommunikation und Industrie, erläutert Wallner. "Wir drucken jeden fünften in Österreich aufgegebenen Brief und versenden auch 4,2 Mio. Briefe elektronisch – ein Bereich, der weiter wachsen wird."

Ressourcen effizient einsetzen

Künftig können Kunden alle Produkte und Services aus einer Hand beziehen, "es gibt einen Projektleiter, eine Kundenhotline, ein Servicecenter". Personalabbau geht mit der Maßnahme keiner einher, im Gegenteil erwartet Wallner für die kommenden Jahre eine Aufstockung der Zahl der Mitarbeiter von derzeit 520 auf bis zu 600. Sehr wohl eingespart wurde aber ganz oben: Statt bisher sieben gibt es künftig drei Geschäftsführer, statt drei Produktionsleitern nur noch einen, ebenso nur einen Technologieleiter. "Dafür haben wir so viele Produktmanager wie noch nie", so Wallner.
Das stärkste Wachstum erwartet sich die neue Konzerntochter aus der digitalen Transformation von Dokumenten und dem Dokumentenmanagement – hier liegen die Wachstumsraten schon heute bei 29 Prozent jährlich. Aktuell werden insgesamt 80 Millionen Seiten pro Jahr digitalisiert. Wallner wählt das Beispiel einer großen Versicherung, die alleine aus dem Bereich der privaten Zusatzversicherung täglich 10.000 bis 12.000 Wahlarztrechnungen erhält. Diese Rechnungen werden von seinem Unternehmen nicht nur digitalisiert, sondern auch klassifiziert und weiter verarbeitet. Ein großer Teil wird per App oder E-Mail als Foto eingereicht, teilweise kommen die Originalrechnungen per Post. "Unsere Aufgabe ist es, die Bilder in Daten umzuwandeln", erklärt Wallner. Jeder Arzt, jedes Institut verwendet andere Schriften, teilweise wird handschriftlich gearbeitet. Für jede Rechnung werden 60 Merkmale ausgelesen: Handelt es sich um einen Augenarzt oder einen HNO-Arzt? Wie lautet die Diagnose? Und: Greift der Versicherungsschutz in diesem Punkt überhaupt? "Bis zu 90 Prozent erkennt die künstliche Intelligenz, den Rest erledigen unsere Mitarbeiter." Dabei garantiert die Post-Tochter eine hundertprozentige Datenqualität. Seit dem Einstieg der Post Business Solutions konnte die Bearbeitungszeit von zuvor rund 30 auf 5 Tage gesenkt werden. "Unser Ziel ist es, weit unter 24 Stunden zu kommen", legt sich Wallner die Latte noch deutlich höher.

Leistungs- und Werteversprechen der Post

Vom bisherigen Leistungsportfolio der Tochtergesellschaften wird einstweilen nichts gekappt. Lediglich zwei Produkte stehen auf dem Prüfstand, sagt der Geschäftsführer, ohne konkreter zu werden. Hier will er sich noch bis Jahresende Zeit geben, bevor eine Entscheidung fällt. "Unser heutiges Ziel ist es aber, in allen 30 Prozessen zu wachsen und weitere Wachstumsfelder zu erschließen." Unter anderem sollen Produkte, die bis jetzt nur für Großkunden interessant waren, auch KMUs besser zugänglich gemacht werden.

In der Kommunikation streicht man dabei klarerweise die Unternehmenswerte der Post noch stärker hervor: Verlässlichkeit, Beständigkeit, Sicherheit sowie die Bemühungen um das Thema Nachhaltigkeit mit dem Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu sein. Wallner verweist dabei auf die entsprechenden ISO-Zertifizierungen in den Bereichen Qualitätsmanagement, Datensicherheit und Nachhaltigkeit.


"Durch das Outsourcing an die Post Business Solutions können Unternehmen wichtige Ressourcen für ihre Kernaufgaben freisetzen und heben dabei Qualitätsverbesserungs- und Kosteneinsparungspotenziale. Als Sparringspartnerin für Geschäftsprozesse bieten wir unseren Kunden alle Leistungen aus einer Hand und begleiten sie auf dem Weg in eine digitale und nachhaltige Zukunft", verspricht der Leiter des Geschäftsfelds abschließend.

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