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Onlinehandel und Logistik: VCÖ warnt vor Verkehrszunahme

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Geht es nach dem österreichischen Verkehrsclub, gehören solche Bilder bald der Vergangenheit an. Der Club will neutrale Paketstationen zur Lieferung von online bestellten Waren.
Geht es nach dem österreichischen Verkehrsclub, gehören solche Bilder bald der Vergangenheit an. Der Club will neutrale Paketstationen zur Lieferung von online bestellten Waren.

Der Onlinehandel boomt. Bereits mehr als die Hälfte der 16- bis 74-Jährigen kauft im Internet ein. Nun weist der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) darauf hin, dass die Zunahme des Online-Handels unter derzeitigen Rahmenbedingungen Verkehr nicht vermeidet, sondern zusätzlichen Lieferverkehr verursacht. Oft müssen Kunden, die bei der Zustellung nicht zu Hause sind, die Pakete von weit entfernten Paketstationen abholen. Der VCÖ schlägt neutrale Paketstationen vor und spricht sich für ein Umweltgütesiegel für Transportdienstleistungen aus.

Der Boom beim Onlinehandel zeigt sich auch bei der zunehmenden Zahl der Paketzustellungen, macht der VCÖ aufmerksam. In Österreich wurden im Jahr 2013 rund 156 Millionen Pakete zugestellt, um 21 Millionen mehr als im Jahr 2009. Der Online-Handel führe dazu, dass die Paketzustellungen deutlich stärker wachsen als der gesamte Güterverkehr, teilt der VCÖ mit. „Der Online-Handel verändert auch die Verkehrsflüsse. Doch anstatt Verkehr zu vermeiden, weil Einkaufsfahrten wegfallen kommt es unter derzeitigen Rahmenbedingungen zu einer Verkehrszunahme“, erklärt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Demnach erhöhen vier Faktoren – im Zusammenhang mit dem Online-Handel – das Verkehrsaufkommen: Die fehlende Bündelung der Lieferverkehre, die hohe Rate an Retoursendungen, teilweise zusätzliche lange Abholwege, wenn Kunden bei der Zustellung nicht zu Hause sind und die meist fehlende Möglichkeit für die Kunden, bei der Bestellung eine umweltfreundliche Zustellung auszuwählen. „Hier ist der Gesetzgeber gefordert, dass Kundinnen und Kunden diese Wahlmöglichkeit bei Online-Bestellungen erhalten. Zudem sollte ein Umweltgütesiegel für Transportdienstleistungen geschaffen werden. Das nützt auch jenen Transportunternehmen, die sich um eine Ökologisierung ihres Fuhrparks bemühen“, so VCÖ-Expertin Rasmussen.



VCÖ will neutrale Paketstationen



Derzeit hat in Österreich jedes Transportunternehmen unterschiedliche Standorte für die Paketabholung. Der VCÖ spricht sich nun für neutrale Paketstationen aus, die dezentral und an ohnedies oft frequentierten Orten errichtet werden, um den Konsumenten Extrafahrten zu ersparen. In Städten seien neutrale Paketstationen auch an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und U-Bahnstationen nützlich, schlägt der VCÖ mit Verweis auf Schwerden vor: dort gebe es gemeinsame Paketabholstationen aller Zustelldienste häufig in Supermärkten. Bei neuen Siedlungen und Wohnhausanlagen seien neutrale Paketstationen schon in der Planung vorzusehen, so der VCÖ. „Viele Zustelldienste setzen Lieferwagen ein, die eine sehr schlechte Umweltbilanz aufweisen. Gerade für die in vielen Städten Österreichs problematische Luftsituation wäre es sinnvoll, wenn in diesem Bereich die Logistik verbessert wird“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. Eine gebietsweise Vergabe von Zustellbezirken in Konzessionen an Logistikunternehmen könne somit auch zur CO2-Reduktion beitragen.



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