PF19: Bezahlung auf Europäisch
 
PF19

Bezahlung auf Europäisch

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Die European Payment Initiative (EPI) arbeitet auf ein kontinentales Payment-Sceme hin, auf das sich Händler verlassen können.

"Die Aufholjagd hat begonnen, es gibt viel zu tun", sagt Martin Sprengseis von der Payment-Interessensvertretung PF19 über den Aufbau eines europäischen Bezahl-Systems. Wie es rund um dieses Ziel aussieht, schildert Martina Weimert, CEO der EPI company: "Aktuell sind sieben große Märkte mit insgesamt 33 Banken und Zahlungsdienstleistern mit dabei. Ziel ist es, eine Lösung zu schaffen, die überall in Europa gleich funktioniert, wodurch nationale Lösungen unter einen Hut gebracht werden." Im Herbst dieses Jahres wird die dafür aktuell zuständige Projektfirma zu einer Holding-Company umstrukturiert, bereits Ende 2022 sollen die ersten Händler Bezahlungen über das System abwickeln können. Eine physikalische Karte soll 2033 folgen. Mehrwert für die Händler und Kunden: Erstmals werden durch das EPI-System sogenannte Instant-Payments möglich sein, bei denen Beträge sofort abgebucht und überwiesen werden. Weimert weiß, welche Eigenschaften es noch braucht, um den Handel zu begeistern: "Es muss sicher, verlässlich und schnell funktionieren." 

Petia Niederländer (OeNB Direktorin Hauptabteilung Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung) zeigt, wie relevant ein eigenes Payment-Sceme für Europa wäre: "Die Pandemie hat ein Viertel der Bevölkerung dazu gebracht, das Zahlungsverhalten zu ändern. Das bringt neue Chancen, aber auch eine Abhängigkeit von Dienstleistern. Rund 36 Prozent der Umsätze heimischer Banken stammen aus dem Zahlungsverkehr. Wir dürfen nicht zulassen, dass immer mehr Kontrolle über und Wertschöpfung aus diesem Faktor aus Europa abfließt."

Dem schließt sich Gerald Gruber, CCO der Online-Bank bunq, an: "Wir würden unseren Kunden gerne eine einheitliche Lösung anbieten. Durch die lokalen Systeme der europäischen Länder ist es aber enorm schwer, diese Dienste zu skalieren. Während Europa damit ringt, ein gemeinsames Payment-System aufzubauen, weiten bestehende Systeme ihre dominante Position als mobile Zahlungsabwickler in Europa aus. Ein pan-europäisches Zahlungssystem muss in erster Linie ein Problem der Endkunden lösen und dabei besser sein als bestehende Lösungen, wenn es Erfolg haben soll."

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