Propak: Herausfordernde Zeiten für Verpackung...
 
Propak

Herausfordernde Zeiten für Verpackungshersteller

Fachverband Propak/APA-Fotoservice/Schedl
v.l.n.r.: Mag. Marko Bill Schuster (COO Mondi Functional Paper und Films), Mag. Dr. Doris Ritzberger-Grünwald (Direktorin Hauptabteilung Volkswirtschaft, OeNB), KR Mag. Georg Dieter Fischer (Obmann PROPAK), Dr. Andreas Blaschke (Vorstand MM Packaging International), Arnold Tautermann-Bichler (Geschäftsführer DPI Holding)
v.l.n.r.: Mag. Marko Bill Schuster (COO Mondi Functional Paper und Films), Mag. Dr. Doris Ritzberger-Grünwald (Direktorin Hauptabteilung Volkswirtschaft, OeNB), KR Mag. Georg Dieter Fischer (Obmann PROPAK), Dr. Andreas Blaschke (Vorstand MM Packaging International), Arnold Tautermann-Bichler (Geschäftsführer DPI Holding)

Das zweite Halbjahr wird für die Branche schwierig, doch die Hersteller sind gut aufgestellt.

Die Branchenvereinigung Propak hat bei einer Pressekonferenz zusammengefasst, wie die wirtschaftliche Lage der industriellen Papierverarbeitung in Österreich aussieht. Obmann Georg Dieter Fischer hält fest: "Vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie zeigen die Propak Industriebetriebe mit ihren innovativen und für den Alltag unverzichtbaren Produkten eindrucksvoll ihre Robustheit und Widerstandsfähigkeit."

Dennoch wurde die Branche schwer getroffen. So gab es im April und Mai einen Wertrückgang von 5,9 Prozent und einen Mengenrückgang von 5,6 Prozent. Im Vergleich zu anderen Geschäftsbereichen fiel dies jedoch glimpflich aus. In den ersten fünf Geschäftsmonaten des Jahres ging der Umsatz insgesamt um 1,6 Prozent zurück, die abgesetzte Menge wuchs mit plus 0,4 Prozent jedoch verhalten.

Besonders ungünstig für Propak war das Schließen der Grenzen, wie Andreas Blaschke, Vorstand Mayr-Melnhof Packaging International, berichtet: "Die Propak Industrie erwirtschaftet drei von vier Euro im Ausland. Dafür sind offene Grenzen notwendig, um sowohl die Verarbeiter mit den erforderlichen Rohstoffen als auch die komplette Supply Chain bis zum Endverbraucher mit den benötigten Produkten versorgen zu können." Dieses Statement unterstreicht er mit dem Plus von 2,1 Prozent beim Wertanteil innerhalb der ersten fünf Monate.

Bis Ende des Jahres wird ein Minus von sechs Prozent erwartet - bei einer großen individuellen Bandbreite. Fachverbands-Obmann Georg-Dieter Fischer kommentiert dies: "Die Industrie ist gut aufgestellt und die Benefits der Branche sollten dazu beitragen, dass sie vielleicht etwas besser durch die Coronakrise kommt, als dies für andere Bereiche zu befürchten ist."

Ungewisse Lage

Insgesamt ist mit einem BIP-Rückgang von 7,2 Prozent zu rechnen. Angesichts dessen sagt Doris Ritzberger-Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung Volkswirtschaft der OeNB: "Die aktuell erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen erhöhen die Konjunkturrisiken für den Herbst. Dennoch ist ein deutlich stärkerer Nachholeffekt als 2010 zu erwarten. Die Produktion von Waren aus Papier und Pappe ist im Shutdown nicht in gleichem Ausmaß geschrumpft wie jene der Gesamtindustrie. Auch der Beschäftigungsrückgang war unterdurchschnittlich."

Erfreulich ist, dass die Anzahl der Beschäftigten in Propak-Betrieben mit 8.800 nahezu gleichgeblieben ist und für den Rest des Jahres keine wesentlichen Personalrückgänge erwartet werden. Sieben Prozent der Mitarbeiter befinden sich unterdessen noch in Kurzarbeit. Auch bei den Lehrlingen sieht es gut aus: In den Betrieben des Verbands werden 233 Personen in 21 Berufen ausgebildet, Tendenz steigend.  Marko Bill Schuster, COO Mondi Functional Paper and Films, dazu: "Wir wollen aber nicht nur junge Leute für unsere Branche begeistern, sondern auch erfahrene Kräfte und High Potentials. Denn die Nachfrage nach Fachkräften wird in den nächsten Jahren um das Doppelte steigen."
Durch die Digitalisierung ändern sich auch viele Berufsbilder in der Branche. Der Lehrberuf Verpackungstechnik erhält demnächst eine neue Ausbildungsordnung und mit Juli wurde aus der handwerklich geprägten Lehre "BuchbinderIn" der Lehrberuf "Buchbindetechnik und Postpresstechnologie".

Über Propak
Der Fachverband Propak und die Vereinigung Propak Austria repräsentieren die industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton in Österreich. 90 Unternehmen verarbeiten und veredeln in Österreich jährlich rund 1,2 Mio. Tonnen Papier und Karton zu Wellpappe, Verpackungen, Papierwaren für Hygiene und Haushalt, Büro- und Organisationsmitteln, Büchern, Broschüren, Tipping Paper sowie sonstigen Papierwaren.

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