VOEB: Forderung nach einheitlicher Abfalltren...
 
VOEB

Forderung nach einheitlicher Abfalltrennung

Kurt Keinrath
(v.l.n.r.) Alfred Riedl, Präsident Gemeindebund; Gabriele Jüly, Präsidentin Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) und Carmen Jeitler-Cincelli, Stv. Generalsekretärin Wirtschaftsbund
(v.l.n.r.) Alfred Riedl, Präsident Gemeindebund; Gabriele Jüly, Präsidentin Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) und Carmen Jeitler-Cincelli, Stv. Generalsekretärin Wirtschaftsbund

Gemeindebund, Wirtschaftsbund und der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe fordern erstmals in einer gemeinsamen Stellungnahme die österreichweite Vereinheitlichung aller Sammelsysteme für Leicht- und Metallverpackungen. 

Wenn man die heimischen Sammelsysteme für Leichtverpackungen zählt, kommt man auf 13 Stück (siehe Kasten). Ein Umstand, der darauf zurückzuführen ist, dass Bundesländer und Bezirke ihre eigenen Regelwerke für die Entsorgung bestimmen können. Gemeindebund, Wirtschaftsbund und der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) wollen nun diese unterschiedlichen Systeme über alle Bundesländer hinweg vereinheitlichen und so das Recycling vereinfachen. Als favorisierte Systeme werden die gelbe Tonne oder der gelbe Sack genannt. Um die Sammelquoten und somit das Recyclingpotenzial zu erhöhen, schlagen Gemeindebund, Wirtschaftsbund und VOEB weiters vor, dort wo es möglich ist, die getrennte Sammlung von einem Bring- auf ein Holsystem in ganz Österreich umzustellen - in einigen Bundesländern wird die Entsorgung bereits so gehandhabt. Das würde bedeuten, dass auch der getrennte Abfall direkt abgeholt wird. So hätte jeder Haushalt nicht nur eine Restmülltonne, sondern beispielsweise auch die gelbe Tonne daheim und müsste nicht mit den getrennten Wertstoffen extra zum Müllplatz oder zu einer Sammelinsel fahren. 

Entsorgung in Österreich
Möglichkeiten, um Verpackungsabfälle aus Kunststoff und/oder Metall aus dem Haushalt zu sammeln:
  1. Leichtverpackungen aus Kunststoff (abgeholt direkt beim Haushalt)
  2. Leichtverpackungen aus Kunststoff (zu einer Sammelstelle gebracht)
  3. Leichtverpackungen aus Kunststoff (zu einem Altstoffsammelzentrum gebracht)
  4. Plastikflaschen und Getränkekartons (abgeholt direkt beim Haushalt)
  5. Plastikflaschen und Getränkekartons (zu einer Sammelstelle gebracht)
  6. Metallverpackungen (abgeholt direkt beim Haushalt)
  7. Metallverpackungen (zu einer Sammelstelle gebracht)
  8. Metallverpackungen (zu einem Altstoffsammelzentrum gebracht)
  9. Metallverpackungen (mit Kleinschrott zu einer Sammelstelle gebracht)
  10. Leichtverpackungen aus Kunststoff und Metall (abgeholt direkt beim Haushalt)
  11. Leichtverpackungen aus Kunststoff und Metall (zu einer Sammelstelle gebracht)
  12. Plastikflaschen, Getränkekartons und Metallverpackungen (abgeholt direkt beim Haushalt)
  13. Plastikflaschen, Getränkekartons und Metallverpackungen (zu einer Sammelstelle gebracht)

Carmen Jeitler-Cincelli, Stv. Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes: "Es ist nicht zeitgemäß, 13 verschiedene Sammelsysteme für Verpackungen zu haben. Unser Ziel muss sein, so viele Wertstoffe aus dem Restmüll zu filtern wie nur möglich. Das gelingt am besten durch eine österreichweite, einheitliche gelbe Tonne oder den gelben Sack, in denen von der Milchpackung über die Tomatendose bis zur PET-Flasche alles gemeinsam gesammelt wird." 

Gaby Jüly, Präsidentin des VOEB und selbst Geschäftsführerin eines Abfallwirtschaftsbetriebs, bestätigt die Notwendigkeit einer einheitlichen Sammlung: "Das Problem der unterschiedlichen Systeme kennen Pendler, Schüler, Studenten oder Personen mit einem Zweitwohnsitz schon lange. So gibt es allein in Niederösterreich Sammelfraktionen für ausschließlich PET-Flaschen und Getränkekartons, oder Plastikflaschen und Metallverpackungen, oder nur Kunststoffverpackungen. Das ist aufwendig, schafft Verwirrung und auch Ärger, sodass am Ende weniger Wertstoffe getrennt werden. Eine einheitliche gelbe Tonne für alle Leicht – und Metallverpackungen stellt etwa für die Abfallwirtschaft schon lange kein Problem mehr dar, da die meisten Sortieranlagen auf dem modernsten Stand sind und vollautomatisch die sortenreine Trennung der einzelnen Fraktionen übernehmen können."

Dem fügt Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Alfred Riedl hinzu: "Ich hoffe sehr, dass wir bald in ganz Österreich einheitlich kommunizieren können, wie jeder Haushalt sinnvoll seinen Abfall trennen kann. Auch im öffentlichen Raum kann dann besser getrennt gesammelt werden, egal ob am Fußballplatz, an Bahnhöfen oder in Kindergärten. Klar ist: Sowohl die Gemeinden als auch die Entsorgungsbetriebe sind ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, die in enger Zusammenarbeit für ein reibungsloses Recycling verantwortlich sind."

Unterstützt wird der Vorstoß von der ARA: "Klare Information und Convenience sind der Schlüssel zum Sammelerfolg. Je einfacher und bequemer die getrennte Sammlung für die Menschen ist, desto besser ist das Ergebnis. Das zeigen alle Erfahrungen, das brauchen wir – aber davon sind wir in Österreich leider noch ein Stück entfernt", so ARA Vorstand Christoph Scharff. Deshalb plädiert er: "Österreich hat die EU-Recyclingziele des Jahres 2030 bei Glas, Papier und Metall heute schon erreicht. Um dies auch bei Kunststoffverpackungen zu schaffen, müssen wir die Kunststoff-Recyclingquote von aktuell 25 auf 55 Prozent steigern. Deshalb wollen wir jede Verpackung zurück fürs Recycling. Und dafür brauchen wir die Unterstützung der Politik."

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