ARA: Wirtschaft zu 9,7% zirkulär
 
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Wirtschaft zu 9,7% zirkulär

ARA Altstoff Recycling Austria AG
Marc De Wit, Christoph Scharff, Christian Holzer und Harald Friedl mit dem Circular Economy Report für Österreich.
Marc De Wit, Christoph Scharff, Christian Holzer und Harald Friedl mit dem Circular Economy Report für Österreich.

In einem weltweit einmaligen Report zeigt die ARA, wie viel Rohstoffe in Österreich wiederverwertet werden und recyclebar sind.

"Wir hätten uns mehr erwartet", kommt ARA-Vorstand Christoph Scharff zu einem nüchternen Fazit rund um die Studie zur Zirkularwirtschaft Österreichs, die zusammen mit der NGO "Circula Economy" aus Holland erstellt wurde. Lediglich 9,7 % der hierzulande verwendeten Rohstoffe sind aus sekundären Quellen oder werden auch wieder recyclet. Dabei liegt Österreich trotzdem über dem globalen Schnitt von 9,1 %.

EU-weit liegen wir mit 58 % Recyclingquote des Siedlungsabfalls im Spitzenfeld. Diese Prozentzahl wird jedoch durch den Ressourcenverbrauch bei Metallen, Mineralstoffen, Biomasse und fossilen Energieträgern stark gedrückt. Mehr als die Hälfte des nationalen Ressourcenverbrauchs entsteht dabei aus Importen, die größten Verbraucher sind die Verkehrsinfrastruktur und Konsumgüter.

Studienautor Marc De Wit von Circular Economy erläutert, wie die Zirkularität der Wirtschaft angekurbelt werden könnte: "Es braucht einen ganzheitlichen und globalen Ansatz, bei dem die Energiewende, das Recycling, die Bestandsnutzung von Ressourcen und die Import-Politik zusammenspielen müssen. So ließe sich die Quote auf 37,4 Prozent erhöhen."

Christian Holzer, Leiter der Sektion V – Abfallwirtschaft, Chemiepolitik und Umwelttechnologie des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, fügt jedoch hinzu: "100 Prozent Zirkularität sind weder notwendig noch erwünscht, da man dadurch ausschließlich bestehende Rohstoffe verwenden würde. Das wiederspricht sich mit einer wachsenden Wirtschaft."

Harald Friedl, Geschäftsführer Circle Economy, sieht die Studie als "Anregung zum Überdenken der Standort- und Wirtschaftspolitik. Es geht darum, weniger abhängig von Importen und endlichen Ressourcen zu sein. Um das zu erreichen, braucht es Leuchtturm-Projekte, die zeigen, was machbar ist. Wenn sich etwas ändern soll, dann muss das international passieren und zwar nicht durch Beschränkungen, sondern durch Chancen für neue Konzepte."

Zum Abschluss wies Scharff auf die Qualität der verwendeten Ressourcen hin: "Wir bauen heute die Rohstofflager der Zukunft. Bei Konsumgütern kommen die verwendeten Materialien schnell wieder in den Kreislauf, bei Investitionsgütern wie etwa Fahrzeugen dauert es mehr als ein Jahrzehnt und bei Gebäuden noch wesentlich länger. Es ist für morgen wichtig, dass wir heute recyclebare Stoffe verwenden."

Die komplette Studie finden Sie kostenlos auf der Seite der ARA.
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