CASH 04/2019

188 4|2019 ∙ CASH I n d u s t r i e M a r k t r e p o r t I N T E R V I EW  b  G e r h a r d S c h i l l i n g /A l md u d l e r Foto: Johannes Brunnbauer CASH: Herr Schilling, Almdudler hat sich mit Jahresanfang und nach 30 Jahren von Vertriebspartner Coca-Cola getrennt. Man hat den Eindruck, dass viel böses Blut geflossen ist. Wie ist es denn nun wirklich und was war ausschlaggebend für die Tren- nung? Gerhard Schilling: Im Wesentlichen war es das Bestreben, unser Erfolgsmodell aus dem Vertrieb, das wir im LEH schon seit zehn Jahren praktizieren, auch auf die Gastronomie aus- zuweiten. Dort hat Coca-Cola schon seit über 30 Jahren den Vertrieb für uns verwaltet, die letzten fünf davon als exklusiver Lizenznehmer. Almdudler war für Coca-Cola damals der Tür- öffner für die typisch österreichische Gastronomie.Als wir aber unsere Innovationsoffensive 2017 starteten, gab es aber immer wieder Interessenskonflikte und Coca-Cola war nicht bereit, neueVarianten vonAlmdudler in die Gastronomie zu bringen. Woran lag das? Kamen Ihre Produkte jenen von Coca-Cola in die Quere? Ja. Das begann bereits mit unseren zuckerfreien Varianten, nach denen Coca-Cola keinen Bedarf gesehen hat.Wir kamen später mit unseren Functionaldrinks Almdudler Mate & Gua- rana und Almdudler Ingwer & Matcha ebenso wenig weiter, wie mit der Organic Range, die speziell für die Szenegastrono- mie entwickelt wurde. Von Spezi Cola-Mix, für das wir 2017 die österreichischen Markenrechte erworben haben und das wir im folgenden Jahr auch in den Handel brachten, wollte Coca-Cola ebenfalls nichts hören. Hat Coca-Cola damit den Vertrag gebrochen? Nein, haben sie nicht, da zu dem Zeitpunkt als der Vertrag entstanden ist, nicht die Rede davon war, dass wir einesTages mit einembreiteren Sortiment amMarkt präsent seinwerden. Almdudler hat Spezi Cola-Mix, Coca-Cola seit KurzemKinley. Wie finden Sie Letzteres? Dass sie jetzt eine eigene Kräuterlimonade haben, würde ich persönlich in die Kategorie emotionale Entscheidung ablegen, weil es am österreichischen Markt sicher keinen Bedarf nach einem Kräuterkracherl aus der Retorte gibt. Almdudler will den Österreich-Weg konsequent gehen, sagt Geschäftsführer Gerhard Schilling. Nach der Trennung von Coca-Cola nimmt das Familien­ unternehmen den Vertrieb selbst in die Hand und vertraut bei der Abfüllung auf Partner wie Vöslauer und Egger Getränke. Interview: Nataša Nikolic Alles auf eine Karte

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