CASH 03/2019

26 3|2019 ∙ CASH H a n d e l b  K a r f r e i t a g Fotos: Wellnhofer Designs – stock.adobe.com, Greindl & Köck D er Europäische Gerichtshof entschied Ende Jänner 2019, dass die bisher geltende, österreichische Ge- setzeslage zum Karfreitag – wonach dieser nur für Angehörige bestimmter christlicher Kirchen ein bezahlter Feiertag war – diskriminierend und somit unionsrechtswidrig ist. Vor diesem Hintergrund war der österreichische Gesetz- geber dazu angehalten, eine neue Lösung für den Karfreitag zu finden. Die Lösung des Problems wurde in Form eines „persönli- chen Feiertages“ vorgestellt. Dieser bis dato in Österreich rechtlich nicht existente Begriff bedeutet, dass allen Arbeit- nehmern künftig ein einseitiger Rechtsanspruch auf einen Urlaubstag im Jahr an einem Datum ihrer Wahl zusteht. Der Arbeitnehmer muss diesen Tag künftig drei Monate im Vor- hinein schriftlich bekanntgeben. In den ersten drei Monaten, nachdem die neuen Bestimmungen zum persönlichen Fei- ertag in Kraft getreten sind, müssen Arbeitnehmer laut Ge- setzesentwurf nur zweiWochen vorher bekanntgeben, wann sie freihaben wollen. Dieser neue „persönliche Feiertag“, der sowohl für den Karfreitag als auch für jeden anderen Tag im Jahr genutzt werden kann, wird demArbeitnehmer von des- sen Urlaubskontingent abgezogen und somit als regulärer Urlaubstag behandelt. Laut Gesetz kann der Arbeitnehmer Den Feiertag am Karfreitag für Evangelische und Altkatholische gibt es offiziell nicht mehr, stattdessen können nun alle einen „persönlichen Feiertag“ in Anspruch nehmen. Autor: Max Pohl Ein Feiertag nach Wahl Der „persönliche Feiertag“ b Einseitiger Rechtsanspruch auf einen Urlaubstag im Jahr an einem Datum freier Wahl b Muss drei Monate im Vorhinein schriftlich bekanntgegeben werden b Falls dann trotzdem gearbeitet wird, muss Arbeitgeber Feiertagszuschläge zahlen

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