CASH 02/2019

I N T E R V I EW  b  D o r i s P a l z / G r e a t P l a c e t o Wo r k K a r r i e r e CASH: Laut einer aktuellen Studie von EY ist die Zahl der Frauen entgegen dem in- ternationalen Trend in heimischen Vorstän- den und Aufsichtsräten rückläufig – könnte sich das in Zukunft negativ auf den Wirt- schaftsstandort auswirken? Doris Palz: Das muss man differenziert betrachten. In den kleinen und mittleren Betrieben und vor allem in Familienbetrieben haben viele Frau- en das Ruder in der Hand. Hier ist der Frauenanteil sehr konstant: Auf rund einemViertel der Chefses- sel sitzen Frauen. Frauen sind definitiv gute Unter- nehmerinnen, die aber einen anderen Füh- rungsstil haben. Sie verbinden unterneh- merisches Denken mit Empathie und sind häufig viel nä- her bei den Men- schen. In großen Konzernen und bör- sennotierten Unter- nehmen geht es aber in Führungspositio- nen häufig nur um Reporting und Excel- Listen. Da stellt sich schon die Frage, ob es besonders attrak- Die Chefs des letzten Jahrtausends haben ausgedient. In einer Zeit, in der die Ressource Perso- nal immer wertvoller wird, tut ein neuer Management- stil not. Wollen Unter- nehmen heute wettbe- werbsfähig bleiben, müssen sie ihre Füh- rung überdenken. Interview: Claudia Stückler Perspektiven wechsel

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