CASH 01/2019

1|2019 ∙ CASH 77 CASH: Herr Bode, auf Ihrer Visitenkarte steht ,Trend Explorer & Innovation Game Changer‘ – da kann man sich viel darunter vorstellen, was aber meinen Sie konkret? Jens Bode: Ich sehe mich selbst als Schatzsucher und Ak- tivist für Neues. Ich liebe es, zu inspirieren, gemeinsammit meinen Kollegen Ideen zu entwi- ckeln und zu netzwerken. Mich interessieren vor allem Trends und Impulse, die auf den ersten Blick nichts mit unserem Kerngeschäft zu tun haben. Dafür habe ich mir ein großes, externes Netzwerk an Exper- ten und „positiv Verrückten“ aufgebaut. Wie ist es denn generell um die Innovationskultur europäischer Konsumgüterunternehmen bestellt? Laut Mintel, einer meiner Trend-Agenturen, gab es allein im ersten Halbjahr 2018 in Europa eine hohe fünfstellige Zahl an Produkt-Launches in der Konsumgüterindustrie. Ob sie alle jemand wirklich braucht, ist eine andere Frage.Aber allein die kreative Energie, die es benötigt, um diese Neuheiten zu entwickeln, ist gewaltig groß.Was mich persönlich fasziniert, ist der Umgang mit Szenarien und Markt-Disruptionen, im Positiven wie imNegativen. Es fließt viel kreative Kraft in die Gestaltung der eigenen Kernmärkte und der aktuellenAnge- bote. Aber mit wirklich neuen Business-Modellen beschäfti- gen sich wenige. Hier braucht es ein anderes Denken, eine andere Herangehensweise, einen anderen Mindset in Kom- binationmit einer großen Portion Intra- und Entrepreneurship. Und wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen aus, speziell im Bereich Laundry & Home Care, aus dem Sie kommen? Gut. Wir werden bei Henkel jeden Tag besser. Persönlich schätze ich die kurzen Wege zum Topmanagement sehr sowie die große Offenheit, neue Tools zu testen, aber auch die Bereitschaft, Inspirationen jeglicher Art zuzulassen. Aus meiner Rolle und meinem Netzwerk heraus kommen prak- tisch fast täglich neue Impulse und fast alle haben erst einmal nichts mit Waschen und Reinigen zu tun. Es sind Trends aus völlig anderen Kategorien und Branchen, wie Food, Kosmetik, Automotive oder Architektur. Ich schätze sehr kollektives, multidisziplinäres und disruptives Lernen und die Kultur von Open Innovation, nämlich gemeinsam mit kreativen Crowds oder Start-ups zu innovieren. Un- sere Teams sind sehr vielfältig und bunt aufgestellt. Wir ziehen uns regelmäßig zurück und hinterfragen aktu- elle Abläufe und Tools. Wann wissen Sie, dass Sie auf eine wahre Innovation gestoßen sind und was müssen neue Produkte können, um überhaupt innovativ zu sein? Ich möchte den Begriff Innovation nicht auf Produkte limitieren, sondern ihn größer sehen, nämlich als Pro- blemlösung. Innovationen sind nützlich und bringen aus Kundenperspektive einen wertvollen Benefit. Aus Jens Bode ist Innovationsmanager Laundry & Home Care bei Henkel in Düssel- dorf und als solcher ständig auf der Suche nach neuen, innovativen Ideen, die eine konkrete Problemlösung bieten – und idealerweise Gewinn bringen. Interview: Nataša Nikolic Der Schatz sucher I N T E R V I EW  b J e n s B o d e / H e n ke l Top Innovat ionen 2018 Fotos: Henkel, Haufe Verlag

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=