CASH 10/2019

58 10|2019 ∙ CASH C o v e r s t o r y Foto: bluesource mobile solutions CASH: Herr Stockner, bluesource mobile solutions hat bereits Kunden- und Mitarbeiter-Apps für Rewe International, den Zahlungsanbieter Blue Code und die Österreichische Apothe- kenkammer entwickelt. Wie sieht der Verlauf eines solchen Projekts aus? Wolfgang Stockner: Das hängt sehr stark von der jeweiligen Kunden- gruppe und dem geplanten Projekt ab. Banken,Telekommunikations- Unternehmen und der LEH haben unterschiedlicheAnforderungen. In den meisten Fällen starten wir mit einer Konzeptphase, die bereits kostenpflichtig ist. So sortieren wir aus den 20 bis 30 wöchentlichenAn- fragen jene Projekte heraus, die auch wirklich ernst gemeint sind und bei denen sich die Entwick- lung aus- zahlt. Ba- sierend auf den gesammelten Ideen erstellen wir Prototypen, die so- lange weiterentwickelt werden, bis wir eine nutzbare App haben. Je besser das Konzept ausgearbeitet ist, umso kürzer dauert das eigentliche Programmieren. DemRelease folgt dann eine Nachbetreuung der App. Undwie unterscheiden sich Endverbraucher-Apps von solchenfür Mitarbeiter? Kunden-Apps haben einen wesentlich größeren Nutzerkreis und laufen dadurch auf mehreren Systemen, also Handys.Wir programmieren hauptsächlich native Apps, das heißt eigene Versionen für iOS und Android. Das ist für die Kompatibilität und die Handhabung von Vorteil, da sich Benutzer mit der gewohnten Bedienoberfläche wohler fühlen.Apps fürVerbrau- cher müssen diese immer wieder zurVerwendungmotivieren. Downloads oder Anmeldungen sind kein guter Indikator für den Erfolg der App – wie oft sie genutzt wird, jedoch schon. Mitarbeiter-Apps hingegen sind funktioneller gehalten. Sie haben sich besonders in den vergangenen zwei bis drei Jahren als Kommunikationswerkzeug gut etabliert.Wir merken, dass dadurch Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz keinen Zugang zu einemComputer haben, wesentlich besser in die Geschehnis- se ihrer Unternehmen eingebunden werden können. Mit mobile-pocket haben Sie auch eine eigene App für die Ver- waltung von Kundenkarten entwickelt. Wie hebt sie sich von an- deren Apps dieser Art ab? Zunächst ist mit Bluecode eine integrierte Zahlungsmöglichkeit vorhanden. Zudem lizenzierenwir das Systeman Banken und Wallet-Betreiber. Über ein Onlineportal können Händler zudem Kampagnen erstellen und gezielt verbreiten. Die Mittdreißi- gerin in Wien mit Vorliebe für Parfüm, die vergangenes Jahr nichts gekauft hat erhält über mobile-pocket ein auf sie zuge- schnittenesAngebot vomHändler. Ein regelrechtes Ökosystem für Handel und Zahlungsanbieter also. Etwas Ähnliches hat Rewe International mit dem jö-Bonusclub gestartet. Was halten Sie davon? Das war ein mutiger und notwendiger Schritt. Durch die Bün- delung der Kundenstämme der teilnehmenden Unternehmen können die Erkenntnisse für das Targeting der Konsumenten stark verbessert werden. Schade finde ich nur, dass die Mehrwert an der Fingerspitze DI (FH) Wolfgang Stockner, Mitgründer und CEO des Softwareentwicklers bluesource mobile solutions mit aktuell 50 Mitarbeitern, spricht im CASH-Interview über den Unterschied zwischen B2B- und B2C-Apps und wie diese die Kommunikation zu Kunden und Mitarbeitern beeinflussen. Interview: Karl Stiefel „In China finden täglich mehr App- Transaktionen statt als in Europa in einem Jahr.“ I N T E R V I EW  b  Wo l f g a n g S t o c k n e r / b l u e s o u r c e mo b i l e s o l u t i o n s

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