CASH_11-1219

26 11–12|2019 ∙ CASH S E L B S T S TÄ ND I G E K AU F L E U T E  b  W i n k l e r Ma r k t H a n d e l Fotos: Eric Krügl, Winkler Markt D er Winkler Markt stellt wahrlich ein Unikat in der österreichischen Handelslandschaft dar. Es gibt meh- rere Hundert selbstständige Kaufleute imheimischen LEH, doch derart eigenständig wie derWinkler Markt ist wohl keiner. Sprich vomBeschaffungswesen über die Preisgestaltung bis hin zur Flugblatterstellung wird alles im eigenen Haus erledigt. Das Unternehmen ist zwar Mitglied in der KHG Ein- kaufsgemeinschaft, doch diese handelt nur grobe Rahmenver- träge aus. Das konkrete Handling derWare bewerkstelligt jeder selbst. Aus diesem Grund wird der Winkler Markt von rund 400 Herstellern direkt beliefert. Das Spektrum reicht von Glo- bal-Playern wie Unilever und Danone über nationale Größen wie Vöslauer und Recheis bis hin zu bäuerlichen Kleinstpro- duzenten aus dem Mühlviertel. Eigenes Logistikkonzept Um dieWarenflüsse zu koordinieren, befindet sich im Keller des Standorts in Linz-Auhof ein Zentrallager. Dieses umfasst 800 Quadratmeter doppelstöckige sowie 500 Quadratmeter einstöckige Lagerfläche.Von hier aus werden die beiden wei- teren Geschäfte inAltenberg und Gramastetten täglich belie- fert. „Damit sich dieser Aufwand lohnt, sind auch drei Märk- te notwendig“, erklären Maria und Josef Strutz-Winkler, die das Unternehmen seit dem Jahr 1999 in vierter Generation führen. Ihre Eigenständigkeit schätzen sie ungemein, denn schließlich führt Freiheit zu Freude und in weiterer Folge zu Erfolg, betonen die beiden. Immer wieder versuchtenAnwer- beversuchen von Großhandelsorganisationen wirdman daher auch in Zukunft eine Absage erteilen. Ohne Großhandelsorganisation im Hintergrund, ohne eine einzige Eigenmarke, aber dafür mit ganz viel (sozialem) Engagement betreibt die Familie Strutz- Winkler drei Lebensmittelgeschäfte im oberösterreichischen Mühlviertel. Autor: Stefan Pirker Eigenständig seit 120 Jahren Soziales Engagement Ohne es selbst an die große Glocke zu hängen, zeich- net sich der Winkler Markt immer wieder durch gro- ßes soziales Engagement aus. So beschäftigt man etwa in Zusammenarbeit mit der Diakonie einige Menschen mit Behinderung. Die in den Geschäften zum Verkauf angebotenen Stoffeinkaufstaschen wer- den in Jordanien von syrischen Flüchtlingen gemein- sam mit der lokalen Bevölkerung genäht. Ebenso setzt man sich entschieden für den arbeitsfreien Sonntag im Handel ein. V.l.n.r.: Die fünfte Generation Georg und Hemma Strutz, die vierte Generation Josef und Maria Strutz-Winkler, Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie die dritte Generation Maria und Franz Winkler anlässlich der 120-Jahr-Feier

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