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36 11–12|2019 ∙ CASH b  R e g i o P l a n C i t y t a g u n g H a n d e l Fotos: RegioPlan I nnenstädte befinden sich konstant im Wandel: demo- grafische Änderungen, soziale Umschwünge und neue Strukturen im Handel stellen die Kerngebiete vieler Städte stets vor neue Herausforderungen. Bei der ersten Citytagung des Beratungsunternehmens RegioPlan ging es um die Rolle des Handels in diesem Umfeld und die damit verbundenen Wechselwirkungen. Zunächst gaben Rolland Iltyio und DI Wolfgang Richter von RegioPlan Research und RegioPlan Consulting eine Übersicht zum Status quo der urbanen Handelszonen. „26 Prozent der Kaufkraft fließt in den stationären Einzelhandel. Vor 15 Jahren waren es noch 40 Prozent. Das zieht sich durch alle Branchen, einzig der Lebensmitteleinzelhandel ist noch stark“, fasste Iltyio zu- sammen.Warum das so ist, erklärte Richter kurz und knapp: „Das Wertesystem der Kunden ändert sich, die Gründe in Einkaufsgebiete zu gehen, sind weniger geworden.“ Zentren gesucht Welchen Stellenwert der Handel in den Stadtzentren überhaupt hat, zeigte DI DanielaAllmeier vomStadtplanungsbüro Raum- position Scheuvens | Allmeier | Ziegler: „Die großen, zentralen Einkaufsmöglichkeiten entsprechen nicht mehr der Lebens- realität der Stadtbewohner. Dadurch, und durch die unter- schiedliche Infrastruktur geht der Trend hin zur ‚Polyzentrali- tät‘. Händler müssen sichwieder als Nahversorger sehen.“Wie das umgesetzt werden kann, beschrieb Markus Wotruba von der BBE Handelsberatung: „Service ist erwünscht. Sowohl im Kleinen, wie mit Sitzmöglichkeiten, WLAN oder Trinkwasser, als auch im Großen, wie mit der Nähe zu kulturellen Angebo- ten oder Erholungsmöglichkeiten.“ Dem stimmte DI Hans Emrich, MSc, von Emrich Consulting ZT zu: „Es braucht viele kleine Zentren, umdie städtische Entwicklung zu unterstützen. Bei der ersten Citytagung von RegioPlan ging es um die Entwicklung des innerstädtischen Bereichs. Der LEH und die Gastronomie erweisen sich in diesem Umfeld als Anker für die Handelslandschaft. Autor: Karl Stiefel Zentrum im Wandel Handelszonen beleben Romina Jenei von RegioPlan Consulting lieferte folgende Punkte zu ihrer Lösungsstrategie: • • Zentrum örtlich definieren • • Zielgruppen festlegen • • Gewünschte Funktion erkennen • • Handel und Gastronomie durch andere Geschäfte ergänzen • • Flexibel den Shopmix planen • • Auf die Dichte der Handelsflächen achten • • Frequenz durch Veranstaltungen generieren • • Frequenz durch Dynamik generieren • • Öffentliche Plätze und Atmosphäre schaffen • • Kommunikation mit allen Partnern Versierte Expertenrunde (v.l.n.r.): Moderator Jörg Bitzer (Recondo Retail Real Estate), Rainer Trefelik (Wirtschaftskammer Wien), Inga Horny (Verein Stadtmarketing Austria), Alexander Kopecek (Wien 3420 aspern Development) und Marcus Wild (Spar European Shopping Centers)

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