CASH_11-1219

11–12|2019 ∙ CASH 41 E s sind oft unbewussteVorurteile, die in der Arbeitswelt an denTag gelegt werden. Aber es gibt Methoden, um das zu vermeiden und bessere Entscheidungen zu treffen“, erklärte der Keynote-Speaker Manuel Erkan Bräuhofer, MSc, von der Kommunikationsagentur Brainwor- ker beim dritten Diversity Dialog von CASH und Procter & Gamble. Für Bräuhofer ist klar: „Migration ist eine demogra- fische Notwendigkeit in Österreich. Aktuell leben zwei Mil- lionen Menschen mit einemMigrationshintergrund im Land. Und trotzdem ist die kulturelle Herkunft oft ein Grund, um amArbeitsmarkt weniger Chancen zu haben. Da reicht schon das Aussehen oder ein anderssprachiger Name und die Qualifikationen werden anders gewichtet. Gerade im HR- Bereich wird daher oft auf anonyme Bewerbungen zurück- gegriffen, um einen Bias – unterbewusst oder nicht – aus- zuschließen.“ Gemeinsame Sprache CASH-Herausgeberin undManstein-Verlag-Geschäftsführerin Mag. Dagmar Lang, MBA, lud Bräuhofer anschließend zur Diskussionsrunde mit Mag. Daniela Kapelari-Langebner, Ge- schäftsführerin bei Ölz, Mag. Markus Posch, Head of HR bei der Erste Group, und Rewe-NachhaltigkeitsexpertinMag.Tan- ja Dietrich-Hübner ein. „Sie alle haben Mitarbeiter aus den verschiedensten Herkunftsländern und Kulturkreisen bei sich im Unternehmen. Wie fördern Sie die Kommunikation und vor welchen Herausforderungen stehen Sie?“, fragte Lang. Kapelari-Langebner antwortete: „Wir haben das Programm ‚Deutsch am Arbeitsplatz‘, durch welches sich ein regelrech- tes ‚Ölz-Deutsch‘ entwickelt hat. So mussten wir uns zum Beispiel auf einheitliche Namen für die Arbeitsmaterialien einigen, um das Lernen der Sprache einfacher zu gestalten.“ Karriere ohne Stolpersteine Ein „Rewe-Deutsch“ gibt es zwar nicht, doch wie Dietrich- Hübner berichtet „führen wir unsere Mitarbeiter-Umfragen in sechs Sprachen durch, darunter auch einfaches Deutsch. Durch diese gelebte Vielsprachigkeit haben auch Mitarbeiter mit einer anderen Muttersprache als Deutsch bei uns deutli- che Karrierechancen.“ Anders handhabt es die Erste Group, wie Posch berichtet: „Wir sprechen Englisch, um uns interna- tional besser positionieren zu können. Das Wegfallen der Sprachbarriere schafft attraktiveArbeitsplätze, was wiederum dem qualifizierten Zuzug zuträglich ist.“ Weiters diskutiert wurden die Konfliktlösung bei kulturellen Spannungen, Ethno- Marketing und inwiefernWertekurse notwendig sind. • Beim dritten Diversity Dialog von CASH und Procter & Gamble ging es um die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. In die Beletage über dem Café Landtmann in Wien kamen über 80 Manager aus Handel und Industrie, um über Chancen und Konfliktpotenziale zu sprechen. Autor: Karl Stiefel Denken ohne Grenzen Fotos: Johannes Brunnbauer b  C A S H D i v e r s i t y D i a l o g H a n d e l V.l.n.r.: CASH-Herausgeberin Dagmar Lang (3.v.r.) mit den Podiumsdiskutanten Daniela Kapelari-Langebner (Ölz), Tanja Dietrich-Hübner (Rewe International), Markus Posch (Erste Group) und Manuel Erkan Bräuhofer (Brainworker) sowie Bettina Vogler-Trink- fass (P&G Austria, 2.v.r.)

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