CASH_11-1219

8 11–12|2019 ∙ CASH b  L E H i n Ams t e r d am I n t e r n a t i o n a l Fotos: Nataša Nikolic/CASH D ass der Lebensmitteleinkauf für die Kunden ein Erlebnis sein muss, fordern auch hierzulande viele Händler und Experten. Darüber, wie das gelingen soll, herrschen aber unterschiedliche Meinungen. In der nie- derländischen Hauptstadt Amsterdam ist vieles längst Rea- lität, wovor man sich hierzulande aus diversen Gründen noch scheut. Bei MarktführerAlbert Heijn (Ahold Delhaize) beispiels- weise ist esmittlerweile selbstverständlich, den Einkauf selbst zu scannen. Dafür bedient man sich im Eingangsbereich aus der Vielzahl an Handscannern oder nutzt die Appie-App am Smartphone. Die handlichen grau-blauen Geräte werden nach einemkurzen Stopp amanliegendenTerminal (um siemit der Kundenkarte zu verbinden) entweder amEinkaufswagerl fest- gesteckt oder in der Hand getragen und scannen jedenArtikel, denmanmit nachHause nehmenmöchte. Beimautomatischen Check-out muss der Kunde sein Gerät und die Kundenkarte erneut an einem Automaten vorweisen und anschließend seinen Einkauf bezahlen.Analog ist hier einzig der Kassazettel, der vor demVerlassen des Geschäfts nochmals gescannt wer- denmuss, damit sich die Schleuse öffnet. Und beobachtet man das Treiben imHypermarkt, so zeigt sich rasch, dass diese Art des Einkaufens auch für die ältere Bevölkerung selbstverständ- lich geworden ist. Abgesehen vom digitalen Check-out punk- tet der 2012 eröffneteAlbert Hejin XL-Store imGelderlandplein- Einkaufszentrum mit einem breiten Angebot an frisch zubereiteten Speisen, sogenannten Fresh Counters mit Sushi, Pizza oder Käse und einer Cooking Demonstration Area. Spezialisten auf unterschiedlichen Gebieten Auch die Nummer zwei in den Niederlanden bietet ihren Kunden ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis. In den großen Jumbo Foodmarkt-Filialen finden sich einige Instore- Restaurants, die für unterschiedliche Ernährungstypen ein passendes Angebot bieten und dabei auch zum längeren Verweilen einladen. Das Frischesortiment kann sich ebenfalls sehen lassen: Neben Obst und Gemüse, können Kunden hier auch Basilikum beimWachsen zusehen. In Selbstständigkeit üben sich auch die Kunden der loka- len Supermarktkette Deen, deren Kompetenz vor allem in der Frische angesiedelt ist. Verbraucher können sich in der 1.250 Quadratmeter großen Filiale in Pampuslaan 45 frisch gepressten Saft holen oder die Ananas von einer Maschine schälen lassen – alles self-service versteht sich. Ein paar Gänge weiter kannman seine eigene Erdnussbutter auspres- sen und ins Plastik-Einmachglas einfüllen. Letztere Verpa- ckungsform wurde indes von der Bio-Supermarktkette Eko- Die Supermarktkette Jumbo Foodmarkt macht vor, wie eine erfolgreiche Einbindung von Gastronomie-Konzepten im LEH funktioniert. Ein Lokalaugenschein Der Lebensmittelhandel präsentiert sich in Amsterdam digital, vielfältig und innovativ. Die Händler differenzieren sich auch durch ihr umfangreiches Gastro- und Frische-Angebot. CASH hat sich bei Albert Heijn, Ekoplaza, Jumbo und Co umgesehen. Autorin: Nataša Nikolic

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