CASH 03/2020

26 3|2020 ∙ CASH b  R ewe I n t e r n a t i o n a l H a n d e l Foto: Rewe Group/R. Harson E s gibt zahlreiche Gerüchte zu Personalagenden und Kooperation mit der Landwirtschaft, die immer wie- der Diskussionsthema bei unseren Lieferanten sind und zu Verunsicherung führen. Diese möchte ich gerne aus der Welt schaffen“, so Rewe International-Vorstand Marcel Haraszti imRahmen eines Pressegesprächs mit ausgewählten Medienvertretern in seinem Büro am Firmensitz in Wiener Neudorf. Der Lebensmittelkonzern, der seit einiger Zeit ein sehr kostenintensives internes Restrukturierungsprogramm fährt und vor rund zwei Jahren nicht nur das gesamte inter- nationale Geschäft am Österreich-Standort gebündelt, sondern auch einen konzernübergreifenden Kul- turwandel mit dem Ziel, die Mauern zwischen den einzelnen Handelsfirmen abzubauen, ein- geleitet hat, konnte sich in der Vergangenheit nicht nur über positive Resonanz bei seinen Geschäftspartnern freuen. Auch deshalb will man nun verstärkt auf Transparenz setzen. Jö Bonus Club trotzt Kritikern Scharf kritisiert wurde etwa der Umgang mitein- ander im Zuge der Einführung des Jö Multipartnerbo- nusprogramms (siehe CASH 07-08/19, Seite 55) , wo sich die Wogen aber laut Haraszti längst wieder geglättet haben. Mit 3,8 Millionen Mitgliedern ist der erst im Mai 2019 gestartete Kundenclub äußerst erfolgreich und hat auch zur Steigerung der Kundenfrequenz beigetragen, betont der Rewe Interna- tional-Vorstand. Mehr als 100 Mitarbeiter arbeiten in Öster- reich für Jö – man habe ein für die Alpenrepublik maßge- schneidertes Produkt geschaffen, das nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Industriepartner wertvollen Benefit leiste. „Manmuss denWert diesesTools erst verstehen, bevor man es kritisiert.“ Mittlerweile gibt es – betont Haras- zti – auch schon zahlreiche Industriepartner, die mit dem Unser Ö Bonus Club auf vielfältigste Weise kooperieren und auch auf die Data-Analytics-Kompetenzen des Programms zurückgreifen. Partner passen manchmal nicht zusammen Nicht überall aufWohlwollen stieß auch die seit 2017 laufen- de Neugestaltung des Einkaufs in Richtung zentrale Steuerung und unternehmensübergreifende Koordination vonWarenthe- men. Den Höhepunkt der Verunsicherung markierte dann schließlich derWeggang von Jan-Peer Brenneke imDezember desVorjahres. Denn erst imApril 2019 – also gerade einmal neun Monate zuvor – wurde der neu geschaffeneVorstandsposten für das Ressort Ware Handel International von eben diesem besetzt. Haraszti stellt klar: „Das ist eben so wie in einer Ehe oder Partnerschaft – manchmal passen die Partner einfach nicht zusammen.“ Nähere Details wollte der Rewe International-Vorstand nicht be- kannt geben. Der CASH-Redaktion zugespiel- te, mit Insiderinformationen gespickte E-Mails, legen aber die Vermutung nahe, dass sich der Wi- derstand gegen den langjährigen deutschen Rewe Group- Manager auch innerhalb der Organisation zuletzt deutlich verschärft hat. Am neu geschaffenen Vorstandsressort hält die Rewe International aber auch in Zukunft fest, für die Neubesetzung will man sich jedoch ausreichend Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Und so haben die personellen Veränderungen auch keinen Einfluss auf die Struktur derWarenorganisation, die, weil erst 2017 entwickelt und 2018 implementiert, – so Haraszti – „noch ein junges Baby ist“. Beschaffung und Category Management werden jetzt je nach Warengruppe von einer Person für die Handelsfirmen Billa, Merkur, Adeg und Bipa verantwortet, wodurch sich die Das betont Rewe International-Vorstand Marcel Haraszti vor Kurzem im persönlichen Gespräch mit CASH und weiteren Medienvertretern. Darüber hinaus thematisiert er die Kooperation mit der Landwirtschaft, räumt mit Gerüchten zum Weggang von Jan-Peer Brenneke auf und liefert erste Zahlen zur gelungenen Reduktion der Aktionsanteile. Autorin: Michaela Schellner „Wir haben in die Kurantpreise investiert“ „Wir sind messbar schneller geworden.“ Marcel Haraszti

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