CASH 03/2020

3|2020 ∙ CASH 91 I m Sommer 2019 hatte Hofer einen Lieferstopp für Mi- neralwasser von Güssinger verhängt – dem Diskonter gefielen die unklaren Eigentumsverhältnisse des Abfül- lers nicht. Folge für Güssinger waren 80 Prozent Umsatzein- bußen in der Hochsaison und als Resultat daraus die Insolvenz. Rund vier Millionen Euro hätten die Eigentümer (die E&A Beteiligungs GmbH) im Rahmen des Sanierungsplans auf- bringenmüssen, um die überholungsbedürftige Abfüllanlage zu modernisieren – dies ist jedoch nicht geschehen, wie der Gläubigerschutzverband Creditreform mitteilt. Seit Dezember wurde die Arbeit bei Güssinger eingestellt, durch das Scheitern der Sanierung bleibt der Betrieb vorerst geschlossen. Eine Option gibt es allerdings noch: Sollten die Gesellschafter die notwendige Finanzierung doch noch auf- bringen, könnte ein neuer Sanierungsplan eingebracht wer- den. Ansonsten kommt es zur Liquidierung undVerwertung. Schlechte Karten Gegenüber den 17 Mitarbeitern und 201 Gläubigern sind rund 3,1 Millionen Euro an Forderungen offen. Wie hoch die tat- sächlichenAktiva sind, lässt sich laut Mag. Gerhard Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Creditreform, kaum sagen: „Der Buchwert kann durchaus beziffert werden, aber die spezialisierten Maschinen des Betriebs lassen sich nur schwer verkaufen. Auch die Liegenschaft gehört nicht Güssinger, sondern dem Mutterunternehmen. Damit sind die Aktiva eher überschaubar. Der Masseverwalter hat nun die Aufgabe, das Unternehmen zu liquidieren.“ Beauftragt mit der Masseverwaltung ist der Rechtsanwalt Dr. Klaus Dörnhöfer von der Kanzlei Beck & Dörnhöfer & Partner aus Eisenstadt. Er bestätigt: „Die Aktiva lassen sich zurzeit nicht genau bestimmen. Zusammenmit einem Sach- verständigen wird nun eine Schätzung veranlasst. Meine Bemühung gilt besonders der Liegenschaft – hier suche ich eine gemeinsame Vorgehensweise mit dem Besitzer, der Muttergesellschaft. Ende März wissen wir mehr.“ Die Frage, ob sich die Gläubigerquote abschätzen lässt, beantwortet er mit „nicht einmal im Ansatz“. • Nach Monaten der Unsicherheit kommt die notwendige Finanzierung für den insolventen Mineralwasserabfüller Güssinger nicht zustande. Die Passiva belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro – mit ungewisser Quote. Autor: Karl Stiefel Sanierung gescheitert Foto: APA – Christian Teske b  G ü s s i n g e r B e v e r a g e s & M i n e r a l wa t e r I n d u s t r i e

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