CASH 03/2020

94 3|2020 ∙ CASH Foto: Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com, Syngenta, K.-U. Häßler – stock.adobe.com D ie Themen Nachhaltigkeit und Natürlichkeit sind für den Obst- und Gemüsesektor geradezu wie ge- macht: Die gewachsenen Pflanzen selbst oder die von ihr gewonnenen Früchte gelten gemeinhin als altbewähr- te Quellen einer gesunden Ernährung. Ohne „künstliche“ Verarbeitung können sie in einer sehr ursprünglichen Form einfach und leicht verzehrt werden. Doch nichtsdestotrotz ist die Branche ebenso mit einerVielzahl an Herausforderun- gen konfrontiert, die sich vomWasser- und Energieverbrauch über dasVerpackungsthema bis hin zu denArbeitsbedingun- gen auf Feldern und in Gewächshäusern erstreckt. Nachhaltigkeitsrisiken sind Geschäftsrisiken Wie man diesen Hotspots unter den Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft am besten begegnet, hat RaboResearch, die Forschungs- und Analyseabteilung der niederländischen Rabobank, im Rahmen des Fruit LogisticaTrend Reports 2020 beleuchtet. Darinmacht man unmissverständlich klar: Nach- haltigkeitsrisiken sind Geschäftsrisiken – Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit sind Geschäftschancen. Konkret definiert RaboResearch sechs Bereiche, denen sich der globale Obst- und Gemüsesektor proaktiv stellen muss: 1. Wasserverbrauch Das Schlüsselwort lautet Effizienz, schließlich ist die Land- wirtschaft in etlichen Gegenden derWelt für mehr als 70 Pro- zent desWasserverbrauchs verantwortlich. Moderne Bewäs- serungstechnik, oft auch kombiniert mit speziellen Düngesystemen, kann helfen, die Menge des benötigten kühlen Nass zu reduzieren. Zudem ist es mitunter sinnvoll, einige Pflanzen nicht mehr auf bewässerungsintensiven Fel- dern, sondern in Gewächshäusernmit geschlossenen Bewäs- serungssystemen anzubauen. 2. Lebensmittelverschwendung Berechnungen sagen, dass gerade bei hoch verderblichen Gütern wie Obst und Gemüse weltweit 40 bis 50 Prozent der produzierten Menge entlang derWertschöpfungskette verlo- ren gehen. Die Maßnahmen, dem entgegenzuwirken, sind mannigfaltig. Es beginnt beim besseren Schädlings- und Pilzkrankheitenmonitoring am Feld, geht über die richtige Lagerung (unter Schutzatmosphäre) und endet bei der Wa- renpräsentation am POS, die stets eine möglichst lange Halt- barkeit im Auge behält. 3. Verpackung AlleVerpackungsarten haben sowohl Vor- als auch Nachteile, die genau gegeneinander abgewogen und schlussendlich kommuniziert werden müssen. Die Auswahl bei Obst und Gemüse ist jedenfalls groß und reicht vom herkömmlichen Plastik, über Bio-Kunststoff, Papier/Karton, Natural Branding Natürlich grün Das Megathema Nachhaltigkeit hat auch den Obst- und Gemüsesektor voll er- fasst. Dabei gilt: Wer langfristig ökonomisch erfolgreich sein will, der muss in Bezug auf die ökologische und soziale Nachhaltigkeit sehr gut aufgestellt sein. Autor: Stefan Pirker I n d u s t r i e M a r k t r e p o r t b  O b s t & G emü s e „Ursprüng- lichkeit und Natürlichkeit machen Obst und Gemüse hypermodern.“ Stefan Pirker, CASH-Chef vom Dienst

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