CASH 04/2020

„Aufgrund der Coronakrise lie- gen derzeit zahl- reiche Pläne zu neuen Produkten der Grillanbieter auf Eis.“ Daniela Purer, CASH-Redakteurin 114 4|2020 ∙ CASH I n d u s t r i e M a r k t r e p o r t b  G r i l l e n Foto: schottnerballa – p ixabay.com N ach einem langenWinter zäh- len viele bereits die Tage, bis das Grillbesteck abgestaubt, der Vorrat an Kohle und Briketts aufge- stockt und der Holzkohle-, Elektro- oder Gasgriller im Freien wieder angeheizt werden kann. Die gute Nachricht: Seit Jahren entwickelt sich das Thema „Gril- len“ ungebrochen positiv. Fast 60 Prozent der Österreicher grillen laut GfK mehr- mals im Monat. Dabei wird das Grillen zunehmend zu einemGanzjahresthema und erobert auch die Städte – dieVielzahl an Grill-„Hardware“ macht es möglich, dem Vergnügen auch indoor oder auf größenmäßig überschaubaren Freiflä- chen zu frönen. Da immer mehr Konsu- menten beispielsweise einen Elektro- oder Gasgrill am Balkon oder auf der Terrasse aufgestellt haben, ist spontanes Grillen auch zur kalten Jahreszeit kein großer Aufwand mehr. Die „normalen Würstelgriller“ werden zwar immer we- niger, dafür wollen immer mehr Grillfans experimentieren. Dementsprechend werden beispielsweise Slow Cooking, Smoken oder das argentinische Asado- Grillen immer populärer. Ein hartes Jahr 2019 Und nun zu den schlechten Nachrich- ten: Die Fleischbranche blickt auf ein hartes Jahr 2019 zurück. Rudolf Berger, Geschäftsführer von Fleischwaren Ber- ger, erklärt: „Gründe dafür waren der wetterbedingte miese Start in die Grill- saison im Mai und die weltweiten Eng- pässe an Schweinefleisch hervorgerufen durch die Schweinepest in China, mit einer damit verbundenen Preisexplosi- on am gesamten EU-Markt. Parallel dazu sind die Transportkosten im Vorjahr gestiegen. Die Industrie musste die er- höhten Logistikkosten akzeptieren und kann sie nur zumTeil durch Preiserhö- hungen kompensieren.“ All das spiegelt sich auch in den Marktzahlen wider. Laut Roll-AMA wur- den im Jahr 2019 15.478 Tonnen vorbe- reitetes Fleisch und Geflügel in den hei- mischen Supermärkten abgesetzt. Das entspricht einerVeränderung zurVorjah- resperiode vonminus 3,4 Prozent (16.020 Tonnen im Jahr 2018).Wertmäßig ergibt sich eine Summe von 128,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert bei 130,1 Millionen Euro (minus 1,4 Prozent). Gleichzeitig ist der Preis pro Kilogramm von 8,12 Euro auf 8,29 Euro gestiegen. Die Situation für die Industrie wird zusätzlich durch die zunehmende Anzahl von Eigenmarken erschwert. Corona legt Produktneuheiten auf Eis Auch der Blick in die Zukunft gestaltet sich leider eher düster. „Die Coronakrise stellt jede Produktions- und Marketing- planung vor neueHerausforderungen. So ist das vorbereitete EM-Programm bei Schlechtwetter, Schweinepest und Coronakrise stellen die Grillanbieter vor große Herausforderungen, wie die Marktzahlen für das Jahr 2019 zeigen. Wie die Branche die heurige Grillsaison dennoch retten will, lesen Sie hier. Autorin: Daniela Purer Herausfordernde Zeiten

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