CASH 07-08/2020

30 7–8|2020 ∙ CASH I N T E R V I EW  b  Emma n u e l F i n k / L e k ke r l a n d Ö s t e r r e i c h H a n d e l Foto: Lekkerland – Marc-Antonio Manuguerra CASH: Herr Fink, Corona hat den Handel in vielerlei Hinsicht ge- troffen. Wie hat sich der von Lekkerland betreute Convenience- Markt in den vergangenen Monaten entwickelt? Emmanuel Fink: Wir haben bei der Nachfrage eine sehr steile V-Kurve bemerkt. Kurz vor denAusgangsbeschränkungen, also Mitte März, sind viele Leute noch tanken gefahren und haben bei der Gelegenheit in denTankstellenshops eingekauft. Kurz darauf war der Straßenverkehr quasi nicht mehr vorhanden und die Kundenfrequenz in den Shops entsprechend niedrig. Zusätzlich mussten die Gastro-Angebote am POS ausgesetzt werden und Dienstleistungen wie die Autowäsche durften auch nicht angebotenwerden. Unsere Umsätze sind in diesem Zeitraum auch zurückgegangen, aber so schnell sich die Lage verschlechtert hat, so schnell ging es auch wieder nach oben. Welche Faktoren haben die Umsatzentwicklung in die eine oder andere Richtung beeinflusst? Besonders der ausbleibende Reiseverkehr war bemerkbar. Dadurch haben Convenience-Händler in Tourismusgebieten deutlich eingebüßt, im urbanen Raum gab es bei manchen Standorten hingegen sogarWachstum. Das lässt sich auf den gestiegenen Individualverkehr zurückführen: Die Leutemeiden den öffentlichen Nahverkehr und der Treibstoff ist günstig. Undwie hat sich die Arbeit imLekkerland-Lager und beimAußen- dienst geändert? Im Lager mussten wir zunächst viel Ware abschreiben, aber da sind wir wegen dem geringeren Frischeanteil weniger be- troffen als der Mitbewerb. Mit einem Zwei-Schicht-Betrieb wurde das Lager unter Einhaltung der üblichen Sicherheits- maßnahmen bis Ostern betrieben, dann ist die Nachfrage wieder gestiegen und wir sind zum regulären Betrieb mit den neuenMaßnahmen zurückgekehrt. UnsereVerwaltung haben wir quasi über Nacht zum Homeoffice gemacht. Lieferanten- besuche hatten wir seither noch keine aber das wird sich mit dem Sommer ändern. Unser Außendienst ist schrittweise wieder unterwegs, aber es gibt noch viele Kunden, die sehr vorsichtig sind.Alles in allem funktioniert unserVertrieb unter den geänderten Bedingungen sehr gut. Sie haben den Frischebereich schon angesprochen – bei welchen Warengruppen gab es eine geringere Nachfrage, wo ist sie ge- stiegen? Am deutlichsten war es eben bei der Frischware, da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Auch bei Bistro- Produkten, besonders bei offenerWare, habenwir einen Rück- gang gemerkt. Der Trend geht gerade hin zu verpackten Pro- Wie sich die Coronakrise auf Tankstellen- und Convenience-Shops ausgewirkt hat und wie die Unterschiede zum Geschäft im traditionellen LEH aussehen, schildert Mag. (FH) Emmanuel Fink, Geschäftsführer von Lekkerland Öster- reich, im CASH-Gespräch. Interview: Karl Stiefel Sicherheit ist Standard

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