CASH 09/2019

108 9|2019 ∙ CASH I N T E R V I EW  b  F r a n z S a u s e n g / I n t e r s e r o h A u s t r i a I n d u s t r i e Foto: Interseroh CASH: Herr Sauseng, Verpackung hat mittlerweile nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch wegen der europaweit gültigen Reduktions- und Kreislaufziele eine völlig andere Bedeutung bekommen als noch vor einigen Jahren. Wie gehen Sie und Interseroh mit dieser neuen Situation um? Franz Sauseng: Mittlerweile betrifft das Thema Verpackung nicht nur die Verpackungserzeuger, die Produzenten, den Handel und uns in der Recyclingbranche, sondern auch in hohemMaße die Konsumenten und beeinflusst ihr Kaufver- halten nachhaltig.Was uns von Interseroh betrifft, so ist uns klar, dass wir nur dann unsere starke Position im Markt hal- ten und ausbauen können, wenn wir auch in Zukunft hoch- qualitativer Partner der Industrie und des Handels sind. Auf- grund derTatsache, dass Österreich die strengen EU-Vorgaben jedenfalls fristgerecht umsetzen will, bieten wir uns schon jetzt als serviceorientierter Ressourcenoptimierer, als Exper- tengruppe, die alles im Haus hat und national und interna- tional bestens vernetzt ist, an. Da Österreich den Großteil der EU-Vorgaben für 2025 schon jetzt erfüllt, werden wir kaum Probleme bekommen, die Ziele zu er- reichen. Aber wie sieht es mit den anderen Ländern aus, die noch nicht so weit sind? Ich denke auch, dass es Österreich schaffen wird, unter an- derem auch deswegen, weil wir bessere Rahmenbedingungen haben als andere Nachbarstaaten. Den größten Nachholdarf sehen wir noch beim Kunststoff, weil es verpackungsmäßig auch in Zukunft nicht ohne gehen wird. Da die EU im Zu- kunftsbild 2030 eine kreislauforientierte Kunststoffwirtschaft mit einer Recyclingfähigkeit von 100 Prozent sieht, werden wir bei der Gestaltung der Kunststoffe, der Qualität der ge- Sowohl die ziemlich scharfen EU-Vorgaben in Sachen Recyclingquoten als auch das brennende Thema Klimaschutz verlangen der Abfallwirtschaft beina- he Unmögliches ab. CASH sprach mit Interseroh Austria-Geschäftsführer Franz Sauseng über EU-Vorgaben, gemeinsame Ziele und die zukünftige Rolle der Konsumenten. Interview: Willy Zwerger Eine Zukunft ohne Abfall Franz Sauseng: „Im Rohstoff der Zukunft stecken die gebrauchten Kunststoffe von heute.“

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