CASH 09/2019

I n t e r v i e w  b  A n d r e a s N e n t w i c h / Ma r e s i Foto: Markus Wache CASH: Herr Nentwich, wie fühlt es sich an, nach 20 Jahren Maresi-Abstinenz wieder zurück im Unternehmen zu sein? Andreas Nentwich: Es fühlt sich sehr gut an! Ich bin in den 90er-Jahren sehr glücklich gewesen bei Maresi und nur weg- gegangen, weil ich auch internationale Erfahrung imVertrieb sammeln wollte. In welchem Bereich waren Sie denn damals tätig? Damals habe ich als Marketing-Manager gearbeitet und zum Beispiel meine Lieblingsmarke Knabber Nossi betreut. Es war eine großartige Aufgabe, ein Produkt von der Idee bis zur Markteinführung zu begleiten. Aber es im Handel erfolgreich zu platzieren – das war immer Sache des Verkaufs. Und weil sich ein interner Abteilungswechsel damals nicht erge- ben hat, habe ich die Chance genutzt, als Key Account Manager bei Nestlé anzuheu- ern, wo ich dann in Folge zum Sales Director und Mitglied der Geschäftsführung aufgestiegen bin. Nach einer langen, internationalen Reisemit mehreren Stationen bei Nestlé undMars sowie einemAusflug in den Handel zur Markant hat sich jetzt die Möglichkeit er- geben, wieder in das Unternehmen zurückkehren zu können, das mir am besten gefallen hat. Was genau gefällt Ihnen denn an Maresi so gut? Seit Langemarbeite ichwieder in einemUnternehmen, dessen Headquarter in Österreich liegt.Als Unternehmen derVivatis- Gruppe verfügen wir einerseits über Top-Marken österreichi- scher Herkunft, die mittlerweile für die Kategorie stehen – denken Sie nur an Maresi für Kaffeemilch oder Inzersdorfer für Fertiggerichte – andererseits agiert Maresi als vollwertige Ländergesellschaft für internationale Partnermarken. Marke- ting,Vertrieb, Qualitätssicherung, Supply Chain, all das haben wir direkt vor Ort, weshalb wir Ovomaltine und Co somanagen können, als wären es unsere eigenenMarken.Wenn es umdie Beschaffung geht, können wir sehr flexibel amMarkt agieren, weil wir keine eigene Produktion haben, sondernmit etablier- ten Partnern zusammenarbeiten. Als Tochterunternehmen der Vivatis-Gruppe ist Maresi letztendlich aber trotzdem in einen großen Konzern eingebettet. Wie viel Handlungsspielraum haben Sie eigentlich, um die Performance des Unternehmens zu gestalten? Gemeinsam mit meinen Geschäftsführungskollegen René Haas und Sabine Schwaiger darf ich Maresi sehr eigenständig führen, insbesondere was unsere Marken, das Sortiment, die Kommu- nikation und die Organisation betrifft. Bei der grundsätzlichen strategischen Aus- richtung für zukünftigeWachstumspfa- de bringt sich die Holding natürlich sehr stark ein und hat konkreteVor- stellungen. Ich sehe es durchaus als großen Vorteil, in die Viva- tis-Gruppe einge- bettet zu sein. Durch das Aufgrei- fen von Synergien haben wir viele Kooperations- möglichkei- So beschreibt Dr. Andreas Nentwich seinen „Neuanfang“ als Geschäftsführer bei Maresi Austria. Denn nach 20 Jahren kehrt der Manager wieder in das Unternehmen zurück, wo es ihm bisher am besten gefallen hat. Im CASH- Interview schildert er auch, wo er strukturelle Verbesserungen einleiten will. Interview: Michaela Schellner Wie nach Hause kommen I n d u s t r i e

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