CASH 03/2019

3|2019 ∙ CASH 91 I ch treffe MathiasWalser amManner-Firmenstandort in Wien Hernals. Im Besprechungszimmer „Josef Manner“ plaudert der Verkaufsdirektor mit Wiener, Vorarlberger, tschechischen und slowakischenWurzeln offen über seinen aktuellen Job, seine berufliche Vergangenheit und gewährt mir auch den einen oder anderen privaten Einblick. „Ich bin – wie man hierzulande so sagt – ein g’rader Mich’l mit Ecken und Kanten und ein extrem geselliger Mensch“, so der 42-Jäh- rige. Vor allem Letzteres bleibt auch für mich nicht lange unbemerkt – selten läuft ein Gespräch in so entspannter Atmosphäre ab. Export als tolle Herausforderung Seine Karriere beim rosafarbenen Süßwarenhersteller mit bald 130-jähriger Tradition, der mit seinen Marken Manner, Casali, Napoli, Victor Schmidt und Ildefonso einen Jahres- umsatz von über 200 Millionen Euro erwirtschaftet hat, starteteWalser imMärz 2010 als Head of Export. Fünfeinhalb Jahre lang war er für das internationale Geschäft in mehr als 50 Ländern verantwortlich und leitete zudem die tsche- chische und slowenische Niederlassung des im Jahr 1890 gegründeten Familienunternehmens. „Dieser Job hat mir sehr viel Spaß gemacht. Neue Kulturen kennenzulernen und die Gegebenheiten im Haus so anzupassen, dass man in den jeweiligen Märkten reüssieren kann, war eine spannende Herausforderung“, erklärt der Manager, der zuvor bereits beim Kaffeeröster Julius Meinl Exporterfahrung gesammelt hatte. „Dennoch war für mich klar, dass ich das nicht ewig machen will, weil das ständige Reisen nicht gerade förder- lich für die Lebensqualität und das soziale Umfeld ist“, gibt Walser offen zu. „Als dann im September 2015 der Job des Verkaufsdirektors durch die berufliche Veränderung von Sabine Brandl vakant wurde, habe ich nicht eine Sekunde gezögert, mich intern dafür zu bewerben.“ Unternehmertum in die Wiege gelegt Dass er den Manner-Vorstand rund um Mag. Albin Hahn, Dr. Hans Peter Andres, Dr. Alfred Schrott undThomas Gratzer damals von demWechsel überzeugen konnte, war eine mehr als glückliche Fügung für Walser, der trotz der vielen Jahre im Exportgeschäft für seine Ansprechpartner im österreichi- schen Handel längst kein Unbekannter mehr war. Entstammt er doch dem Unternehmen Wunderlich Rossbacher, das auf die Produktion von Kräuterbitter, Jagertee, Fruchtschnäpsen und Punsch sowie den Import undVertrieb vonWein, Cham- pagner und Cognac spezialisiert war. Gegründet im Jahr 1897 vonWalsers Urgroßvater AdolfWunderlich in einer Ortschaft namens Rossbach im heutigen Tschechien nahe der bayri- schen Grenze wurde der Betrieb nach einem Standortwech- sel in die österreichische Bundeshauptstadt von Generation zu Generation weitergegeben, wodurch der heutige Manner- Verkaufsdirektor bereits früh ins Unternehmertum hinein- schnuppern konnte. Wertvolle Generalausbildung „Ich war sieben Jahre lang im elterlichen Betrieb tätig und war dort salopp gesagt Mädchen für alles. Ich habe Ware ausgeliefert wenn Not amMann war, vom Kommissionieren übers Rechnungen schreiben alles gemacht, was gerade an- gefallen ist, imVerkauf mitgearbeitet und später das gesam- te KeyAccounting für alle Kunden in Österreich verantwortet“, schildert Walser sein Aufgabengebiet. „Ich hab erst später begriffen, was ich da eigentlich für eine Generalausbildung erhalten habe, die für mein späteres Berufsleben von großem Vorteil war.“ In die Fußstapfen seines Vaters zu treten stand für den Dragee-Keksi-Liebhaber allerdings nie zur Debatte, denn im Jahr 2002 hat die Familie entschieden, den Betrieb zu verkaufen. Walsers Eltern haben sich in den Ruhestand zurückgezogen, seine beiden älteren Geschwister Manuela und Martin, vormals auch im Familienbetrieb tätig, orientier- Fotos: Markus Wache Mathias Walser im Wordrap Ein guter Arbeitstag beginnt mit guten Umsätzen. Wäre ich nicht Verkaufsdirektor, wäre ich vielleicht in der Automobilbranche. Am liebsten nasche ich Dragee Keksi, die dunklen. ;-) Darauf zu verzichten fällt mir besonders schwer: unter Menschen zu sein Diese Eigenschaft mag ich an mir: Geradlinigkeit Wirklich glücklich macht mich Zeit mit geliebten und geschätzten Menschen zu verbringen. Als Kind wollte ich immer Formel-1-Fahrer werden. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für ein Schnit- zerl oder einen Schweinsbraten. Mein Lebensmotto ist: Sende die positive Energie aus, die du selbst erhalten möchtest. Geboren bin ich am 10. Juni 1976. Davon ist Mag. (FH) Mathias Walser, Verkaufsdirektor beim Süßwaren- hersteller Josef Manner felsenfest überzeugt. Was er damit meint, woher seine Faszination für österreichische Familienbetriebe kommt und warum Handschlagqualität für ihn das Wichtigste im Job ist, schildert er im entspannten CASH-Gespräch. Autorin: Michaela Schellner

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=