CASH 05/2019

5|2019 ∙ CASH 3 ... nämlich das erste Halbjahr, obwohl es noch gar nicht ganz vorbei ist. Ganz gut, so schaut also die Lage der Branche aus, wenn man ein Resümee zieht aus den vielen Statements, die wir so im Laufe des Redaktionsalltags einsammeln. Ob die Statements alle ganz ehrlich sind? Davon gehenwir selbstverständlich aus, denn was hätten zum Beispiel die Händler davon, uns etwas vorzuflunkern?Was die Industrie? Immerhin sind ja alle Markt- teilnehmer mit reichlich Daten ausgestattet, die so heilig sind, dass wir um jeden auch noch so kleinen Pro- zentwert und Marktan- teil ganz schön kämpfen müssen, um unsere Storys faktenreich untermauern zu können.Also gehenwir davon aus, dass uns nichts als die reine Wahrheit eingeschenkt wird. Das beru- higt uns. Daten werden uns alle in Zukunft übri- gens noch viel mehr beschäftigen, da bin ichmir ganz sicher.Weil sie wahrschein- lich zu einem der kostbarsten Vehikel werden, das man eben keinem, schon gar nicht einemMitbewerber, preisgeben will. Und wer sie haben will, muss dafür bezahlen. Das tun ja sehr viele und vor allem jene, die es sich leisten können. So stehen gerüchteweise einigeMarken- artikler wahrscheinlich noch immer vor der Frage, ob sie sich Kundenda- ten, die die Rewe International durch ihren neuen jö Bonus Club legitim einsammelt, kaufen sollen. Ja, das kann man ruhig so nen- nen, auch wenn wir hö- ren, dass es eigentlich eh nur darum geht, einen Beitrag für eine wie auch immer geartete Einbindung zu leisten. Das finde ich eine wunder- schöne Umschreibung für das, was die Industrie schon lang kennt und abge- kürzt fast melodisch klingt: Ohne Geld ka Musi. Übrigens singt man dieses Ständchen keineswegs nur bei der Rewe International, sondern auf allen europä- ischen Märkten, hierzulande natürlich auch bei der Spar, auch wenn es dort keinen Kundenclub gibt. Es lassen sich immer Wege finden, die Türen für Wer- begelder öffnen. Trotz allemschaut es ganz gut aus,wenn man sich die Big Player anschaut. Der eine sieht demEnde eines groß angeleg- ten Umstrukturierungsprozesses entge- gen, der andere feilt, gefestigt wie es scheint, vor alleman neuen Sortiments- konzeptenwie etwaYoung &Urban. Und trotz allemGegenwind nehmen die Klei- neren Fahrt auf. Nah&Frisch etwa mit einem neuem Marketingkonzept, das auch die menschliche Nähe deutlicher in den Mittelpunkt stellt. Eine großarti- ge Idee, und obwohl ich wirklich nicht fürs Kopieren bin, wäre das eine Sache, die uns alle ganz gut ausschauen lassen würde, meint Ihre K o m m e n t a r Schaut ganz gut aus, bis jetzt ...  b  S i l v i a Me i ß l Der Handel will immerzu Geld von der Industrie – oder stimmt das doch nicht?

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