Oesterreichische Kontrollbank AG: China: Heim...
 
Oesterreichische Kontrollbank AG

China: Heimische Exporteure profitieren

In China, momentan stark in den Medien vertreten, steigt das Qualitätsbewusstsein, und es gibt eine starke Nachfrage in der OeKB nach Exportabsicherungen. China ist aber auch ein Wachstumsmarkt mit hoher Gesamtverschuldung.

Für Österreich ist China mittlerweile der fünftgrößte Handelspartner und die Nummer eins aus dem asiatischen Raum. Nicht zuletzt um diese Partnerschaft zu festigen, ist dieser Tage eine hochrangige Delegation der österreichischen Bundesregierung, angeführt von Bundespräsident und Bundeskanzler, in China unterwegs. Mit einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen bietet die chinesische Volkswirtschaft eine enorme Marktgröße und entsprechende Möglichkeiten. So sind auch 2017 die österreichischen Exporte nach China im Vorjahresvergleich um 11,7 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gestiegen. Dabei rangieren unter den Exportwaren Maschinen vor Motoren, Elektrogeräten und Messinstrumenten.

1,28 Mrd. Exportgarantien in 2017

Die Exportgarantien der Republik, die über die OeKB für die Lieferung von Waren und Dienstleistungen österreichischer Exporteure oder für österreichische Direktinvestitionen vom Bundesministerium für Finanzen vergeben werden, beliefen sich 2017 auf rund 1,28 Milliarden Euro. Diese Bundeshaftungen verfolgen das Ziel, heimische Exporteure im internationalen Wettbewerb zu stärken. Allein 2017 wurden 27 Exporthaftungen für den chinesischen Markt vergeben. Das Volumen der Neuzusagen, für welche die Haftung gilt, betrug 2017 131 Millionen Euro. Bereits in den ersten Wochen 2018 wurden Garantien und Promessen für Neuzusagen in Höhe von rund 17,7 Millionen Euro ausgestellt.

Großes Interesse österreichischer Exporteure

China nimmt im Portfolio der Exporthaftungen, die die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) im Auftrag des Bundes betreut, mit einem Obligo von mehr als 1 Mrd. Euro den zweiten Rang hinter Russland ein. Das hohe Obligo belegt das große Interesse österreichischer Exporteure an der Absicherung ihrer Aktivitäten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Nachfrage erstreckt sich vor allem auf Projekte aus der Medizintechnik und Metallindustrie.

„Die hohe Motivation und Leistungsorientierung, vor allem in der Mittel- und Oberschicht und eine generell sehr leistungsfähige Infrastruktur, bieten ein ansprechendes Umfeld für Investititonen. Die stetige Urbanisierung trägt ebenfalls zu einer steigenden Konsumnachfrage bei. Als verstärkender Faktor für die Attraktivität des Standorts wirkt auch das relativ geringe Sicherheitsrisiko im Land“, sagt Helmut Bernkopf, als Vorstandsmitglied der OeKB für den Export-Services-Geschäftsbereich verantwortlich. Bei all den Rekordzahlen zur chinesischen Wirtschaft gelte es aber auch bremsende Faktoren im Blick zu behalten. Die Gesamtverschuldung des Staates wird auf über 250 Prozent des BIP geschätzt. Reformvorhaben, um diese Schulden zu reduzieren, werden nach wie vor zugunsten stabiler Wachstumszahlen aufgeschoben.

Big Data und Kontrolle

Auch die Ausweitung diverser Kontrollstrukturen innerhalb Chinas lasse Exporteure wachsam bleiben. Besonders im Bereich Big Data baut die Volksrepublik intensiv Strukturen auf. Dazu kommt ein restriktiver Internetzugang, der beispielsweise zur Abschaltung nicht-registrierter VPN-Systeme führen kann. Der starke Staatseinfluss auf die Wirtschaft und der damit eingeschränkte Marktzugang für einige Sektoren stellt eine Herausforderung für Unternehmen dar, so die OeKB in einer Aussendung. China wird in der OECD-Länderkategorie zwei (von insgesamt sieben Risikostufen) zur Bewertung des politischen Risikos geführt. Die OeKB-Deckungsquote für politische Risiken liegt bei 100 Prozent.
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