Bain & Company: Chinesischer FMCG-Markt im Um...
 
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Chinesischer FMCG-Markt im Umbruch

Die chinesischen Konsumenten sind immer stärker bereit, mehr Geld für hochwertige Produkte in die Hand zu nehmen. Davon profitieren auch die chinesischen Konsumgütermarken, die 2016 ein starkes Plus verzeichnen konnten.

Der China Shopper Report 2017 von Bain & Company, der gemeinsam mit dem chinesischen Verbraucherforum Kantar Worldpanel veröffentlicht wurde, hat sich mit dem Konsumentenverhalten in China und den Veränderungen der letzten Jahre befasst. Die Untersuchung ist vor allem für den Lebensmittelhandel interessant. Im Bereich der Fast Moving Consumer Goods gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Den Ergebnissen der Studie nach kochen immer weniger Chinesen und ordern stattdessen ihre Mahlzeiten. Bequemlichkeit wird immer wichtiger. Viele Chinesen essen außer Haus oder nutzen den Komfort von Lieferservices. Viele Unternehmen reagieren auf diese Veränderungen und beliefern nun Restaurants direkt beziehungsweise bieten ihren Kunden Services für die Zustellung außer Haus. Auch die Ansprüche steigen: Immer mehr Chinesen sind bereit, höhere Preise für qualitativ bessere Produkte zu zahlen. Das freut auch die chinesischen Konsumgütermarken, die 2016 um 8,4 Prozent wuchsen – die ausländischen Marken hingegen „nur“ um 1,5 Prozent. Zudem steigt der Umsatz in kleineren Supermarkt-Formaten im Reich der Mitte: So ging der Umsatz der Hypermärkte in China im vergangenen Jahr um zwei Prozent zurück, in den Supermärkten stieg er hingegen um zwei Prozent. Gleichzeitig wurden um sieben Prozent mehr Convenience Stores eröffnet.

Tägliche Bedarfsgüter werden immer öfter online bestellt
Ein Faktor für diese Veränderungen ist mitunter der aufstrebende E-Commerce im Land. Dieser ist laut den Zahlen von Bain & Company im vergangenen Jahr in China um 52,6 Prozent gestiegen. So werden rund sieben Prozent aller Einkäufe des täglichen Bedarfs online getätigt, was einer Verdopplung innerhalb der vergangenen zwei Jahre gleichkommt. Besonders der Lebensmittelmarkt konnte davon profitieren: Seit 2013 haben die Bestellungen nach Hause von online bestellter Ware um 40 bis 50 Prozent zugelegt. Im gleichen Zeitraum ist der klassische Lebensmitteleinzelhandel in China gerade einmal um drei Prozent gewachsen.

„Das Einkaufsverhalten der Chinesen verschiebt sich gerade grundlegend“, erklärt Serge Hoffmann, Partner in der Praxisgruppe Konsumgüter und Chinaexperte. „Damit verfestigt sich ein Trend, der bereits im letzten Jahr zu erkennen war. Der Markt für Lebensmittel und Getränke entwickelt sich unterschiedlich schnell – High-Speed-Konsum außer Haus versus Low-Speed-Hausmannskost.“ Laut Hoffmann müssen die Unternehmen für den chinesischen Markt die richtige Mischung aus High-Speed- und Low-Speed-Angeboten finden: „Wer auf diese Fragenstellungen schnell passende Antworten findet, wird von den enormen Wachstumschancen in China profitieren.“

Und hier geht es zur Studie: China Shopper Report 2017
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