Zukunftsinstitut Frankfurt & Wien: Das „Geldg...
 
Zukunftsinstitut Frankfurt & Wien

Das „Geldgehirn“ leitet unser Denken und unsere Emotionen

CASH
Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Frankfurt & Wien, bei seinem Vortrag. © CASH
Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Frankfurt & Wien, bei seinem Vortrag. © CASH

Eine neue Publikation des Zukunftsinstituts Frankfurt & Wien hat sich mit der Entwicklung des Geldes und Bezahlens aus Trendforscher-Sicht beschäftigt. Dabei wurden fünf Szenarien entworfen, wie Digital Payment das Bezahlen von morgen beeinflussen wird.

Was heißt Bezahlen heute überhaupt? Und welche Veränderungen bringen neue digitale Zahlungsoptionen mit sich? In seinem Vortrag „Das Geldgehirn – Die Kulturtechnik des Bezahlens von morgen.“ zeigte Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Frankfurt & Wien, die Ergebnisse einer neuen Publikation des Instituts. CASH war vor Ort und berichtet.

Die Studie wurde durch die Future Rooms des Zukunftsinstituts für Payment Services Austria inspiriert. Darin wird die Entwicklung des Bezahlens weniger in seiner technologischen, denn vielmehr in seiner gesellschaftlichen Entwicklung betrachtet. Was bedeutet Geld überhaupt aus der Sicht des Trendforschers? „Am Ende ist Geld ein Medium, auf das man sich verständigt hat. Für dieses Medium verwenden wir als Grundlage unser dezimales Zahlensystem“, wie Gatterer ausführte. Digitale Bezahlmöglichkeiten ändern die Grundbedingungen oftmals, diese basieren auf ganz anderen technischen Grundlagen als viele bisherige Systeme.

Geld als Träger von Emotionen
Warum heißt die Publikation nun „Das Geldgehirn“? Gatterer sagt dazu: „Geld ist ein Konstrukt, wir haben gelernt, damit umzugehen. Durch die Geldwirtschaft wurde alles vergleichbar, wir wurden so sozialisiert, dass Geld Teil unseres Denkens und Träger von Emotionen geworden ist – wir interpretieren viel hinein.“ In einer komplexer werdenden Welt spiele Geld aber auch bei Gruppen wie den Digital Natives eine sich verändernde Rolle. „Viel Geld verdienen steht bei vielen Digital Natives nicht mehr an erster Stelle. Erfolgreich sein ist sicherlich wichtig, aber in einem Sinne der Selbstverwirklichung“, so Gatterer.

Fünf Szenarien für das Bezahlen von morgen
In der Publikation wurden fünf Szenarien entworfen, wie das Bezahlen von morgen aussehen könnte:

Mit Kryptowährungen wie Bitcoin entstehen neue Zahlungsmittel im freien digitalen Raum. Diese werden nach den Erkenntnissen des Zukunftsinstituts aber eher weniger mit klassischen Währungen verschmelzen und daher komplementär bestehen.

Das zweite Szenario beschäftigt sich mit dem Gedanken der Geld-Cloud, in der wir unterschiedliche Formate von Geld speichern und abrufen können. Mit der Cloud oder digitalen Geldbörse geht man dem Trend von Apps und Peer-to-Peer-Payment Anbietern nach.

Szenario 3: In Zukunft wird die Verifizierung mittels biometrischer Methoden wie Gestik oder Fingerabdruck zur Normalität werden. „Das ist keine Zukunft von übermorgen, sondern eine Entwicklung, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren stattfinden wird“, so Gatterer. Diese Form des Bezahlens könnte neben anderen bestehen.

„Notfallgroschen“ Bargeld: In Szenario 4 geht man der Annahme nach, dass in Zukunft zwar zum größten Teil digital bezahlt wird, jedoch Bargeld weiterhin bestehen bleibt. Der Mensch brauch das Haptische, darüber hinaus führen unsere Gewohnheiten dazu, dass Bargeld nicht so schnell abgeschafft werden wird.

Die Bank der Zukunft muss wieder authentische Beziehungen schaffen. Im digitalen Banking ist es schwierig, den Kunden auf persönlicher Ebene zu begegnen, deshalb müssen es die Banken wieder schaffen, authentische Beziehungen herzustellen und Vertrauen aufzubauen.
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