: „Das Umsatzpotential für Händler ist enorm...
 

„Das Umsatzpotential für Händler ist enorm“

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„In Österreich steckt der Verkauf übers Internet beim Handel im Vergleich zum anglosächsischen Raum oder zu Deutschland noch in den Kinderschuhen“, sagt Roger Niederer, Vorsitzender der Geschäftsführung der PayLife Bank. (Foto: PayLife Bank)
„In Österreich steckt der Verkauf übers Internet beim Handel im Vergleich zum anglosächsischen Raum oder zu Deutschland noch in den Kinderschuhen“, sagt Roger Niederer, Vorsitzender der Geschäftsführung der PayLife Bank. (Foto: PayLife Bank)

Roger Niederer ist als Vorsitzender der Geschäftsführung der PayLife Bank tätig.

Als einer von mehreren Experten wird er auf der etailment WIEN Konferenz den „Payment Gipfel“  am morgigen Conference Day (24. Februar 2015) bereichern. Im Gespräch mit etailment.at gibt Niederer Auskunft über die Pläne von PayLife hinsichtlich der E-Commerce Aktivitäten in Österreich. Ebenfalls erläutert Niederer im Interview die größten Unterschiede zwischen Österreich und der Schweiz im Onlinehandel.



etailment.at: Sie haben angekündigt, mit PayLife in Österreich verstärkt auf Lösungen im E-Commerce setzen zu wollen. Können Sie uns näheres zu diesen Plänen verraten?



Roger Niederer: Lösungen, die dem Kunden ein umfassendes Einkaufserlebnis zu jeder Zeit an jedem Ort bieten können, werden mehr an Bedeutung gewinnen. Der Multi-Channel Verkauf, bei dem der Kunde beim gleichen Händler zwischen verschiedenen Verkaufskanälen wählen kann, wird sich zum Crosschannel-, also der Kombination mehrerer Kanäle, bis hin zum Omnichannel-Verkauf weiterentwickeln, bei dem alle Kanäle wirklich miteinander verschmelzen.


In Österreich steckt der Verkauf übers Internet beim Handel im Vergleich zum anglosächsischen Raum oder zu Deutschland noch in den Kinderschuhen. Das Umsatzpotential für Händler ist enorm. Deshalb bieten wir vor allem Händlern im KMU-Bereich maßgeschneiderte Produkte an. Die Services reichen von der einfachen Datenübertragung über eine Bezahlseite in einem speziellen Design im Web bis hin zur umfassenden Enterprise-Lösung.


Für größere Unternehmen bietet PayLife In-App-Payments an, bei denen Konsumenten ihren Einkauf direkt über die App im Webshop eines Anbieters abschließen und auch gleich bezahlen können.



etailment.at: Laut Martin Barzauner, CEO Netconomy, gehen Unternehmen in Deutschland und der Schweiz deutlich professioneller mit dem Thema E-Commerce um als österreichische Unternehmen. Teilen Sie als gebürtiger Schweizer diese Ansicht?



Roger Niederer: Der österreichische Markt wird sehr stark von Deutschland beeinflusst. Die Volumina sind in Deutschland größer, dementsprechend ist die Professionalität höher. Im E-Commerce werden kaum Länderstrukturen benötigt, und ist die Versand- und Retourenlogistik einmal geklärt, beliefern die meisten in Deutschland ansässigen Händler den österreichischen Markt einfach mit. Umgekehrt ist das natürlich auch möglich, aber ob der Größenverhältnisse eine gewisse Herausforderung.


Wir sind Partner großer wie kleiner, nationaler wie international aufgestellter Unternehmen und merken immer wieder, dass neben der „Idee“ vor allem der Kaufakt reibungslos sein muss. Für die entsprechende Zahlungsabwicklung stehen wir gern parat.



etailment: Wo sehen Sie eigentlich die größten Unterschiede zwischen dem E-Commerce Markt in der Schweiz und jenem in Österreich?



Roger Niederer: Die Schweiz hat eine hohe Kaufkraft und ist damit ein interessanter Zielmarkt für den internationalen E-CommerceWas das Thema Bezahlen im Internet anlangt, so lassen sich schon regionale Unterschiede erkennen. In beiden Ländern ist die Kreditkarte das beliebteste Zahlungsmittel, jedoch gibt es für jedes Land auch ganz spezifische lokale Zahlungsmittel, die auch nur in dem jeweiligen Land nachgefragt werden. Für einen E-Commerce Händler ist es daher nicht unerheblich, einen Payment Service Provider zu wählen, der ein an das Land angepasstes Zahlungsmittelportfolio anbieten kann.



etailment.at: Kontaktloses Bezahlen verzeichnet in Österreich jedes Jahr Zuwächse, anders ist das beim Mobile Payment. Wie lange wird es aus Ihrer Sicht dauern, bis das mobile Bezahlen im deutschsprachigen Raum von einer großen Masse genutzt wird?



Roger Niederer: Laut einer aktuellen Umfrage von ibi research glauben mehr als zwei Drittel der Händler in Deutschland, dass das Smartphone die Geldbörse bis 2030 ersetzen wird. Das ist natürlich noch ein langer Weg, und ganz wird die Geldbörse wohl nie aus unseren Taschen verschwinden. Die Bereitschaft zum mobilen Bezahlen im Vergleich zu den Vorjahren steigt aber auf alle Fälle immens an. Unbedingte Voraussetzung sind sichere Lösungen für die digitale Brieftasche („Mobile Wallet“), in denen die Zahldaten sicher hinterlegt und einfach abgerufen werden können.


Spannend ist dabei auch der Trend zu mobilen Akzeptanzlösungen, etwa dem Tablet-gestützten Verkauf, wo die Kassa zum Kunden kommt. M-POS-Lösungen sind in-store und unterwegs ebenso gefragt wie im Bereich der Klein- und Gelegenheitshändler, denen ein einfacher Aufsatz auf das Smartphone oder Tablet als Bezahlterminal so manchen Umsatz sichern kann. Hier hat SIX mit mCashier in der Schweiz bereits ein Produkt im Pilotbetrieb.


In der Schweiz arbeitet SIX Payment Services, zu der PayLife ja gehört, bereits an einer P2P Lösung, die noch in diesem Jahr eingeführt wird. Damit werden sich Privatpersonen wechselseitig Geldbeträge einfach und schnell per Smartphone zukommen lassen können.



etailment.at: Die etailment WIEN Konferenz wird vom 23. bis 25. Februar 2015 das erste Mal stattfinden. Mit welchen persönlichen Erwartungen an die Konferenz nehmen Sie am Event teil?



Roger Niederer: Ich erwarte mir einen spannenden, offenen Dialog mit führenden Unternehmen aus den verschiedensten Branchen.



etailment.at: Sie werden im Rahmen des Events am Payment Gipfel teilnehmen. Was erhoffen Sie sich von der Diskussion mit den anderen Teilnehmern?



Roger Niederer: Branchenaustausch ist wichtig, und der Mix an Teilnehmern aus etablierten Unternehmen wie auch Newcomern ist vielversprechend. Ich vertrete mit PayLife einen etablierten Player im Acquiring und mit SIX einen internationalen Player und möchte hier auch die Interessen unseres Eigentümers in Österreich verankern.



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