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„Der E-Commerce Standard ist wesentlich vielseitiger“

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Willibald Hafen, CEO von eShot. (Foto Credit: eShot)
Willibald Hafen, CEO von eShot. (Foto Credit: eShot)

Willibald Hafen ist CEO von eShot, einem Berliner Unternehmen, das sich vor allem auf die Produktion von Fotos und Videos im Bereich E-Commerce spezialisiert hat.

etailment.at hat Hafen zum Interview gebeten.



etailment.at: Ihr Unternehmen ist im Bereich Produktfotografie und Videoproduktion im E-Commerce tätig. Welche Breite kann dieses Aufgabengebiet umfassen?



Willibald Hafen: Zum einen die Produkte selbst, die von Modeartikeln bis zu sperrigen Möbel oder technischen Teilen reichen. Dann sind die Anforderungen zwischen einem Onlinehändler und einer Marke meist unterschiedlich. Onlinehändler bekommen die Verkaufsware oft kurzfristig, die dann sofort online zum Verkauf gehen muss. Marken haben einen höheren Detailanspruch und ihre eigene Markensprache, in Bild und Text. Je nach Fotokonzept durchläuft ein Artikel mehrere Fotostationen, klassisch ist das die Einzelproduktdarstellung und zusätzlich die Darstellung am Modell.



etailment.at: eShot bietet neben der Produktfotografie auch die Produktion von Videos an. In welchen Fällen sollten Unternehmen auf Fotos, wann auf Videos Ihrer Meinung nach zählen?



Hafen: Bei der E-Commerce Produktdarstellung sind aussagekräftige Fotos an erster Stelle. Der Kunde will den Artikel „greifen“, bis ins Detail verstehen und dabei in Ruhe online shoppen gehen. Ergänzende Produktvideos sind eine sehr gute Möglichkeit, den Artikel zum Leben zu bringen und beratend ganze Outfits oder Funktionen zu präsentieren.



etailment.at: Welche logistischen Herausforderung kommen auf eShot zu, wenn große Produktpaletten von Onlineshops fotografiert werden? Fotografieren Sie dann vor Ort oder wird die Aufnahme ausgelagert?



Hafen: Unsere E-Commerce Fotografie und alle Prozesse sind darauf ausgelegt, große Mengen in kürzester Zeit, kundenspezifisch und qualitativ hochwertig online zu bringen. Einen Artikel, der bei uns ankommt, halten wenigstens fünf Mitarbeiter in Händen, eher mehr, je nach Darstellungsart auch mal bis zu zwölf Personen.


Die Foto-Hauptsaison ist von Juli bis September, zu der Zeit stocken wir das Personal und bei Bedarf auch die Räumlichkeiten auf.


Unser Slogan ist „alles was Sinn macht“ und so haben wir mit eShot Consulting bereits weitere sechs Inhouse Studios direkt beim Kunden aufgebaut, zum Teil betreiben wir diese oder der Kunde betreibt sie nach Übergabe selbst.



etailment.at: Was hat es mit der Avatar-Technologie von eShot auf sich?



Hafen: Wir fotografieren den Artikel auf einer Puppe und ziehen den Artikel, in der Bildbearbeitung, einem Model an. Die Basis ist also Fotografie am Model ohne Model. Das hat den Vorteil, dass man auch einzelne Artikel fotografieren und am Model darstellen kann, ohne gleich ein Model oder Haar- und MakeUp-Stylisten zu buchen.



etailment.at: Neben der Foto- und Videoproduktion erhalten Ihre Kunden auch die Möglichkeit der Textgestaltung. Inwiefern unterscheidet sich Ihr Unternehmen eShot von einer Agentur?



Hafen: Unsere Textabteilung ist für die suchmaschinenoptimierte Produktbeschreibung spezialisiert. Wir halten den Artikel in Händen und geben wertige Empfehlungen und Produktinformationen weiter. Die Beschreibung der Online-Artikel ersetzt hier die meist fehlende Beratung beim Onlinekauf.



etailment.at: Qualität ist oftmals auch eine Kostenfrage. Schnüren Sie auch Angebote für kleinere Unternehmen oder bedarf es einer bestimmten Größe an Budget?



Hafen: Das klären wir gerne im Einzelfall, prinzipiell haben wir auch kleinere Kunden, die von unseren Standards profitieren und sich dabei vom Mitbewerber abheben können. Unsere klassische Auftragsstruktur beginnt bei ungefähr 500 Artikel im Jahr.



etailment.at: Wo liegen die Unterschiede beziehungsweise unterschiedlichen Anforderungen bei Fotos im E-Commerce, wenn man diese mit den Fotos im früheren Versandhandel vergleicht?



Hafen: Früher gab es einen fixen Termin, zu dem alle Bilder druckfertig sein mussten. Heute werden die Artikel sofort fotografiert und gehen möglichst sofort online. Ein Artikel wird heute auch mit viel mehr Ansichten gezeigt, da man auf den begrenzten Platz im Katalog keine Rücksicht nehmen muss.


Bei der klassischen Katalogdarstellung gibt es einen etablierten Standard für die Produktdarstellungen. Dabei werden die Produkte mit Blick zur Mitte einer Doppelseite angeordnet. Der E-Commerce Standard steckt zum Teil immer noch in der Entwicklung, ist wesentlich vielseitiger und wird oft Kundenspezifisch erstellt. Zudem haben wir mit Ton- und Videosequenzen weitere Kanäle um den Kunden zu erreichen. Unsere E-Commerce Bilder werden im Übrigen auch im Katalog eingesetzt, früher war das umgekehrt.



Referenzen von eShot
In der Fotografie kann eShot unter anderem mit KaDeWe, Olsen, Gaastra und Wormland einige Referenzen vorweisen. Auch beim Studioaufbau und Consulting konnte eShot Unternehmen wie Outlet City, AppelrathCüpper oder etwa Mister Lady unter die Arme greifen.



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