: „Die Spitze in Europa ist viel breiter gew...
 

„Die Spitze in Europa ist viel breiter geworden“

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Matthias Bettag, Country Manager der deutschen Digital Analytics Association (DAA) (Foto Copyright: Matthias Hausdorf, MH1.at)
Matthias Bettag, Country Manager der deutschen Digital Analytics Association (DAA) (Foto Copyright: Matthias Hausdorf, MH1.at)

Ganzheitliches Digital Analytics in Europa und den USA: Anhand eigener Erfahrungen verglich Matthias Bettag, Country Manager der DAA Germany, auf der Google Analytics Konferenz verschiedene Analyse-Projekte von beiden Seiten des Atlantiks.

Liegt die Entwicklung von Digital Analytics in Europa wirklich zwei bis drei Jahre hinter den USA zurück? Diese Frage stellte sich Matthias Bettag, Country Manager der deutschen Digital Analytics Association (DAA), in seinem gestrigen Vortrag auf der Google Analytics Konferenz in Wien. Und er hat auch eine Antwort: „Nein, es sind eher vier bis fünf Jahre“.



Die USA sind nicht überall in der Vorreiterrolle



Diese Aussage revidiert der Digital Analytics-Experte allerdings sofort wieder und zeigt, dass sich sowohl Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten zwischen Europa und den USA erkennen lassen.  Überschneidungen gibt es etwa bei Themenschwerpunkten für 2015: Crossc-Channel, Attribution, Tool-Implementation und Prediction werden auf beiden Seiten wichtige Themen. Auch im Bereich Recruiting erkennt Bettag ein gemeinsames Problem am europäischen und amerikanischen Markt: „Es ist unglaublich schwer, Leute im Bereich Web Analyse zu finden.“ In einigen Punkten wie Tag-Management-Systeme oder Data Integration sind die Amerikaner ihren europäischen Kollegen zwar schon etwas voraus, doch nicht immer sind die USA in der Vorreiterrolle. Personalisierung – ein Top-Thema in Europa – kommt beispielsweise erst nach und nach in den USA an.



Die Tool-Palette ist in Deutschland breiter gefächert



Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Auswahl der Webanalyse-Tools, die für Digital Analytics eingesetzt werden. In den USA dominieren Google Analytics und Adobe den High-End Markt. In Europa, und hier vor allem in Deutschland, ist die Palette etwas breiter gefächert. Neben den oben genannten Tools spielen auch Alternativen wie Webtrekk oder etracker eine Rolle. Generell erweitert sich die Tool-Landschaft in einem rasanten Tempo, was unter anderem zur Entstehung von neuen Datensilos für Social, Video und Mobile führt.



„Mächtige Analyse-Abteilungen alleine reichen noch nicht!“



Auf beiden Seiten bemängelt Bettag, dass viel zu oft nicht überlegt wird, welches Problem untersucht werden soll, welche Fragen dafür gestellt werden müssen und wie das eigene Business dadurch wirklich profitieren kann. Ignoriert man diese Fragen, ist jedoch ein Großteil der Analysen umsonst. Analyse muss an Operations angebunden werden. Im Moment sind die meisten Unternehmen noch damit beschäftigt, Daten zu sammeln und Reports zu erstellen. Was noch fehlt, sind darauf aufbauende und daraus abgeleitete Handlungen wie Seitenoptimierung, individuelles Targeting und integriertes Marketing.



Europa holt auf



Das Fazit des Digital Analytics-Experten, frei nach Berti Vogts: „Die Spitze in Europa ist viel breiter geworden.“ Europa hinkt zwar in vielen Themen noch hinter den USA her, dennoch kann man eine deutliche Entwicklung von Analyse-Skills, Fähigkeiten und Interesse an dem Themengebiet erkennen – besonders in Deutschland.



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