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Disrupting Austria am Werbeplanung.at SUMMIT 2016: „Viele sehen erst die Probleme und dann die Möglichkeiten“

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Am Podium (v.l.n.r.): Felix Krause (Twitter), Herwig Springer (i5invest), Armin Wolf (Moderator), Thorsten Reiter (Buchautor) und Michael Altrichter (Startup 300). (Foto: Christoph Breneis)
Am Podium (v.l.n.r.): Felix Krause (Twitter), Herwig Springer (i5invest), Armin Wolf (Moderator), Thorsten Reiter (Buchautor) und Michael Altrichter (Startup 300). (Foto: Christoph Breneis)

Am ersten Tag des Werbeplanung.at SUMMIT 2016 beschäftigte sich das Panel „Disrupting Austria“ mit der Startup-Kultur in Österreich.

Moderator Armin Wolf diskutierte mit Michael Altrichter (Startup 300), Felix Krause (Twitter), Thorsten Reiter (Buchautor) und Herwig Springer (i5invest) über Chancen für die Zukunft.



Beim Panel drehte sich alles um Neugründungen und Startups in Österreich und darum, was man hierzulande als Standort vom Silicon Valley lernen kann. Wie Michael Altrichter erklärte, kann nur ein Zehntel der Neugründungen als Startup bezeichnet werden. „Was ist denn überhaupt ein Startup?“, fragte Armin Wolf. Laut Altrichter muss ein Startup zwei Anforderungen erfüllen: „Es muss disruptiv sein und es muss ein schnelles Wachstum haben.“ Oftmals mangelt es laut Altrichter bei der Gründung an der mangelnden Einstellung: „Wir sind eine Nation von Bausparern, mit einem Bedürfnis der Sicherheitsversorgung. Hier muss sich grundlegend was ändern.“ Laut Altrichter bedarf es schon im Kindesalter der richtigen Einstellung. Wie der Business Angel erklärte, sollte man bereits Kinder zu mehr Selbstständigkeit erziehen, hin „zum eigenen Denken und nicht zum Folgen“.



Für Felix Krause herrscht in europäischen Unternehmen oft die Mentalität vor, sparen zu wollen. Im Silicon Valley wird „hingegen gefragt, wie wir mit mehr Geld noch effizienter werden können“. Für Buchautor Thorsten Reiter „ist es immer leicht, über Mentalität zu sprechen. Hier muss aber auch die Politik und Wirtschaft dagegen steuern und Maßnahmen setzen.“



Startup-Paket der Regierung als Anfang



„Viele in Österreich sehen erst die Probleme und dann die Möglichkeiten“, sagte Herwig Springer von i5invest. Wenn die Bürokratie Unternehmer von der Gründung abhält, so Springer, dann wird es für diese Personen als Unternehmer später sogar noch schwerer. Das neue Startup-Paket der Regierung bedeutet für ihn schon einmal ein Anfang: „Ich finde gut, dass es so schnell ging, hier wurde ein Zeichen gesetzt“, so Springer. „Wir sollten uns auf unsere Kernkompetenzen fokussieren, dann können wir in diesen Bereichen wieder Weltklasse werden.“



Welche Eigenschaften sollte man als Unternehmer mitbringen? Dies wollte Moderator Wolf von den Speakern wissen. Reiter: „Unternehmer müssen aus meiner Sicht lernfähig sein, müssen sich ständig mit neuen Geschäftsfeldern auseinandersetzen können.“ Für Reiter hat sich gezeigt, dass Unternehmer am besten von anderen Unternehmern lernen. „Hier braucht es vermehrt Gemeinschaftsdenken.“ Altricher warf ein: „Wir brauchen aber auch Fachkräfte, nicht jede Person ist ein Unternehmer.“ Springer betonte, dass erfolgreiche Unternehmer vor allem viel arbeiten und erntete dafür Applaus. „Es ist ein Handwerk, das erlernt wird.“ Krause sprach aus seiner Sicht der Dinge: „Das große Problem von Firmen ist, dass sie die Founder nicht halten können, weil sich diese nicht genug entfalten können und sich eingeengt fühlen.“



Aus seinen Fehlern lernen



Aus dem Silicon Valley können wir lernen, „dass zu nutzen, was wir haben“, so Krause, der auch positive Eigenschaften in Österreich hervorheben wollte: „Was mir in Österreich gut gefällt, ist, dass zu Beginn oftmals ohne viel Investment gearbeitet wird und man selbstständig seine Kunden suchen muss. Im Silicon Valley will man gleich mit großen Summen vorankommen.“ Mehr Mut und Initiativen braucht es für Altrichter, um Risikokapital in Österreich freizumachen. In wen Altrichter investiert, entscheide dieser eher nach Bauchgefühl. „Ich sehe mir meist die Gründer und ihren Background an. Ein Business Plan in einem 40-Seiten-Word-Dokument macht die Entscheidung nicht aus“, so Altrichter. Und für Springer ist „das Kapital ja da, jedoch braucht es Investitionsanreize, um Risikokapital bereitzustellen“.



Gelernt haben die Speaker aus ihren Fehlern. Reiter scheiterte bei seinem ersten Unternehmen an der fehlenden Überprüfung des Geschäftskonzepts. Für Altrichter muss man vorab im Founder-Team abklären, was passiert, wenn jemand im Team ausfällt – sonst kann es zu Streitereien kommen. Krause machte einmal den Fehler, eine App für eine Sparte zu programmieren, die ihn persönlich nicht interessiert: „Man muss selber in die Zielgruppe fallen und wissen, wie man Probleme löst.“ Und Springer rät, bei guten Ideen nicht zu lange zu warten, „sondern diese gleich umzusetzen“.



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