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E-Day 2015: „Es nützt nichts, sich auf die eigenen Stammkunden zu verlassen“

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Screenshot: www.wko.at
Screenshot: www.wko.at

Am 5. März 2015 findet der von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) initiierte E-Day 2015 statt.

etailment.at berichtet von Vorträgen des Vormittagsprogramms, an dem unter anderem drei Referenten über die strategischen Überlegungen vor dem Eintritt in den Onlinehandel, Crossmediales Marketing und die Kostenfrage bei Webshops sprachen.



Stammkunden sind keine Zukunftsgarantie



Barbara Thaler, selbst Internet-Unternehmerin mit babinu-baby.com und Betreiberin einer Internetagentur, erzählte in ihrem Vortrag über strategische Vorüberlegungen, die Unternehmen treffen müssen, wollen diese in den E-Commerce einsteigen. „Das Internet ist kein neues Medium und spricht schon längst alle Altersgruppen an“, so Thaler gleich zu Beginn. „Können auch kleinere Unternehmen wettbewerbsfähig sein?“, fragte Thaler weiter. „Ja, aber es ist verdammt schwierig. Wir müssen dieses Medium leben und daran unsere Unternehmensprozesse anpassen.“ Laut Thaler haben erst 19 Prozent aller stationären Einzelhändler in Österreich einen Webshop, 70 Prozent eine Website. Mit diesen Zahlen beruft sich Thaler auf eine Studie der Bundessparte Handel.



Anhand von 10 Tipps ging Thaler auf Faktoren ein, die über Erfolg oder Nicht-Erfolg entscheiden. Gleich zu Beginn riet Thaler, das Internet als Veränderungstreiber zu akzeptieren. „Es nützt nichts, sich auf die eigenen Stammkunden zu verlassen“, so Thaler. Durch das Internet entstehen zum Beispiel neue Zustell- und Abholmethoden – darauf gilt es zu reagieren. Ebenfalls dürfen Unternehmen keine Angst vor Kundenmeinungen haben. Einer der Tipps lautete „Achten Sie auf Ihr Äußeres“: So wie im stationären Geschäft kaufen Kunden auch im Internet in Shops, die über einen gelungenen Auftritt verfügen. Thaler dazu: „Unternehmen müssen sich überlegen, wie man sich selber am besten verkaufen kann – und man muss eine Geschichte erzählen.“ Weiters rät Thaler Unternehmern, auch bei Hinzuziehen von Experten für den Aufbau des Online-Geschäfts sich selbstständig Expertise anzueignen, um sich ins Business einfühlen und einarbeiten zu können. Außerdem ist es laut Thaler wichtig, keinem Zeitplan zu vertrauen: „Egal was sie machen, rechnen Sie immer 15 Prozent hinzu.“ Zum Abschluss sagte Thaler: „Das Internet ist nicht gratis und das war es auch noch nie. Es kostet eine Stange Geld, hier erfolgreich zu sein – genauso wie im stationären Handel auch.“



Vortrag über Second Screen



Im nachfolgenden Vortrag sprach Martin Seeger von der ProSiebenSat.1 Puls4 Gruppe über „Crossmediales Marketing – Mehr Aufmerksamkeit durch die Verknüpfung der Kanäle Internet und TV“. Durchschnittlich sehen laut Seeger Menschen in Österreich am Tag drei Stunden fern und sind 103 Minuten online. Laut Seeger nutzen 67 Prozent der 14- bis 49-Jährigen das Fernsehen und Internet parallel. „Menschen die viel fernsehen, sind auch oft im Web, hier gibt es viele Überschneidungen“, so Seeger. Diese unterhalten sich über Dinge im Internet, die sie davor im TV gesehen haben.



Seeger will mit dem Vorurteil aufräumen, dass Werbung im TV überteuert und aufwändig ist. Seeger betont: „Es gibt wohl kein anderes Medium, das in so kurzer Zeit so viele Einzelkontakte generieren kann.“ Jedoch ist es Unternehmen meist sinnvoll, über längere Zeiträume und dafür geringeren Kosten pro Spot zu werben, als einmal eine große Kampagne zu schalten. Die ProSiebenSat.1 Puls4 Gruppe bietet Kunden die Möglichkeit, einen Media Plan zu erstellen, um zum bestmöglichen Zeitpunkt zu werben. So kann am besten mit dem vorhandenen Mediabudget geplant werden. Beim Kreativkonzept sowie der Spot-Produktion bietet die ProSiebenSat.1 Puls4 Gruppe ebenfalls Lösungen an. Bei einem anschließendem Research können Ergebnisse präsentiert werden.



„Wie viel kostet ein Webshop?“



Danach trat Markus Zoglauer auf das Podium, der als Geschäftsführer von Etron Softwareentwicklung- und Vertrieb tätig ist. Mit seinen Produkten verbindet das Unternehmen den stationären und Online-Handel IT-technisch in allen Aspekten. „Die Frage der Technologie, der Schnittstellen und des Designs spielen eine wichtige Rolle beim Aufsetzen eines Webshops“, so Zoglauer. Im Rahmen seines Vortrags stellte Zoglauer den „Webshop-Kalkulator“ vor, der auch online abrufbar ist und die Kosten eines Webshops je nach den Wünschen des Kunden anzeigt.



„Die Frage: ‚Wie viel kostet ein Webshop?’ ist für mich vergleichbar mit der Frage: ‚Wie viel kostet ein Auto?’“, wie Zoglauer betont, denn hierfür gibt es keine pauschale Frage. Der Preis richtet sich immer nach den Ansprüchen der Kunden. Der Preis für einen Standard-Webshop liegt bei 2.000 Euro, so Zoglauer. Will man nun ein individuelles Design, erhöht sich auch der Preis. Möglichkeiten bieten sich hier zum Beispiel bei der Integration von Filtern an: So können Händler Produkte, die beispielsweise Nüsse enthalten, bei der Suche aus dem Sortiment ausschließen und so Allergikern das Leben erleichtern. Auch die Wahl der Abhol- und Bezahlmöglichkeiten spielt beim Preis eine Rolle. Marketing-Maßnahmen wie das Einbauen eines Newsletter-Tools oder Flächen für Banner Werbung spielen ebenfalls eine Rolle. Zeit ist ein wichtiger Faktor bei der Planung und Umsetzung eines Webshops. „Bis ein Shop mit allen seinen Facetten einmal aufgesetzt ist, kann es in der gemeinsamen Zusammenarbeit auch zwei oder drei Monate dauern“, wie Zoglauer abschließend betont.



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