: E-Payment: Omnichannel als Zukunftsmodell
 

E-Payment: Omnichannel als Zukunftsmodell

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“Nicht mehr als vier Zahlsysteme sind für den Handel sinnvoll”, erklärte Martin Meinert von Mücke Sturm & Company den rund 120 Gästen am Handelkolloquium des Handelsverbands am 10. April 2014.
“Nicht mehr als vier Zahlsysteme sind für den Handel sinnvoll”, erklärte Martin Meinert von Mücke Sturm & Company den rund 120 Gästen am Handelkolloquium des Handelsverbands am 10. April 2014.

Neue digitale Bezahlarten stellen Händler und Kunden auf die Probe, denn zahlreiche Anbieter und Bezahldienstleister drängen mit immer neuen Lösungen auf den Markt.

Online Payment Angebote, Digital Wallets, NFC und Co. – “Die Zukunft des Bezahlens” war Diskussionsthema am Handelskolloquium des Handelsverbandes in der vergangenen Woche. Nüchternes Fazit des Events: Die Bezahlrevolution hat viele Anführer, aber noch kaum Anhänger. In Zukunft wollen Anbieter mit gut durchdachten Omnichannel-Lösungen punkten.



“Nicht mehr als vier Zahlsysteme sind für den Handel sinnvoll”, erklärte Martin Meinert von Mücke Sturm & Company den rund 120 Gästen am Handelkolloquium des Handelsverbands am 10. April 2014.



Qualität vor Quantität bei Payment-Lösungen 



Im Internet bezahlt je ein Viertel der Kunden auf Rechnung und per Kreditkarte, weitere 16 Prozent via PayPal, so Martin Meinert von Mücke Sturm & Company. Aktuell gäbe es zwar viele alternative Payment-Lösungen, doch “Zahlsysteme müssen für den Kunden gemacht sein”, erklärte Tim Kiesewetter vom EHI Retail Institute. Darum würden sich in Zukunft vor allem schnelle, einfache Online-Payment-Lösungen durchsetzen, die bei der Eingabe nur weniger Daten erfordern. Hierzu gehören der klassische Kauf auf Rechnung und Express-Checkout-Systeme. Roland Toch, Geschäftsführer von Wirecard CEE: “Einfaches Zahlen überzeugt und trägt dazu bei, dass ein Kunde wiederkehrt.”



Meinert betonte die Qualität, die sich gegen die Quantität der Angebote durchsetzen werde: “Nicht mehr als vier Zahlsysteme sind für den Handel sinnvoll.” Systeme, die online und am PoS funktionieren, würden letztendlich das Rennen gewinnen. Darum fokussieren bereits viele Payment-Anbieter verstärkt auf Omnichannel-Lösungen. PayPal etwa möchte sich mit der seiner “Here”-Lösung auch am PoS duchsetzen: Kunden checken sich im Laden mit dem Smartphone ein und bezahlen mobil mit ihrem PayPal-Konto. Auch QR-Codes werden getestet: “Wir erleben ein Revival des Katalogs: Scannen, Kaufen, Zahlen, Liefern – alles in einem Klick”, so Meinert.



Mobile als strategischer Schwerpunkt für den Handel 



Als strategischer Schwerpunkt für den Handel haben sich Mobile Payment und Mobile PoS heraus kristallisiert. Mehr als die Hälfte aller Händler plane die Einführung innerhalb der nächsten drei Jahre oder biete die Lösungen bereits an, erklärte Meinert. Die vom Handel erhofften Mehrwerte: Ergänzung bestehender Zahlservices, stärkere Kundenbindung und Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb. Als Case Studies wurden am Handelskolloquium die Lösungen von VeroPay, PayLife und Wincor Nixdorf präsentiert. Deren Ziel sei die einfache Implementierung und Beschleunigung an der Kasse – und damit das Erreichen von Convenience.



Frank Rehme, ehemals Head of Innovation Services bei Metro Systems: “Wenn es gelingt, ein ganzheitliches Konzept, eine attraktive Customer Journey zu entwickeln, die das Smartphone einbindet, dann wird auch Mobile Payment vom Kunden angenommen werden”, so Rehme. Maik Klotz, Design Thinker bei Buhl Data Service, betonte die Usability von Mobile Payment Lösungen: verständliche Information, Akzeptanzstellen und geschulte Mitarbeiter am PoS gehören aktuell noch nicht zum status quo, kritisierte Klotz. Für den Handel sei es wichtig, “dass er vom E-Commerce lernt, Zusatzinfos bereit- und Warenverfügbarkeit sicherstellt sowie das stationäre Einkaufserlebnis optimiert, um sich gegen den Online-Handel zu behaupten”, schloss Klotz die Diskussion.



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