WKÖ: Ein Drittel des Umsatzes entsteht online
 
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Ein Drittel des Umsatzes entsteht online

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E-Commerce-Studie zeigt, wie österreichische Unternehmen mit dem Online-Handel umgehen, wie gekauft wird und wo Stolpersteine liegen.

229 heimische Betriebe wurden von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen im Rahmen einer Studie zum Online-Handel befragt. Der Großteil (85 %) der Firmen aus unterschiedlichen Branchen waren Kleinbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern. Gerhard Laga von E-Center der WKÖ gibt einen Überblick zum Ergebnis: "Ein Drittel der österreichischen Unternehmen (32,5 %) nutzt in irgendeiner Form den Online-Verkauf. Neben dem Handel sind auch Handwerksbetriebe, Tourismus und Berater mit E-Business bereits erfolgreich unterwegs. Allein im Internet-Einzelhandel werden Umsätze von 3,2 Mrd. Euro jährlich erzielt."

Unternehmen, die online wie offline tätig sind, machen ein Drittel (33,5 %) ihres Umsatzes über das Internet. Bemerkenswert dabei ist das Verhalten der Kunden: Bereits 45,9 % aller digitalen Einkäufe werden von mobilen Endgeräten aus getätigt. "Dieses Verhältnis wird sich in nächster Zeit noch mehr zugunsten mobiler Endgeräte verschieben", erklärt Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens. "Bei knapp drei Viertel der Befragten ist das Angebot bereits für unterschiedliche Bildschirmgrößen optimiert, alle anderen müssen dringend handeln, um konkurrenzfähig zu bleiben."

In den kommenden Jahren wird das Angebot in Onlineshops weiter wachsen: 72,1 % der befragten Firmen planen, in e-Commerce weiter zu investieren, bei 25,8 % soll das Niveau der Online-Aktivität zumindest gehalten werden. Besonders im Handel herrscht Aufbruchsstimmung, 82,2 % sehen besonders großes Potenzial im Ausbau ihrer digitalen Verkaufsplattformen. Zu den häufigsten geplanten Investitionen zählen Marketing und Werbung, der Ausbau des Online-Sortiments, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie die Optimierung der internen Prozesse.

Großes Potenzial, große Herausforderungen
Obwohl der Online-Handel hoch im Kurs steht, fallen für die Unternehmen dadurch zusätzliche Probleme an. Am häufigsten genannt wurde der hohe Konkurrenzdruck, die Lieferkosten, die Sicherheit von digitalen Systemen und die DSGVO. Auch das Aufbauen von Vertrauen zu Kunden ist ein Thema. "Besonders kleinere und unbekanntere Anbieter müssen verstärkt Mittel zur Vertrauensförderung einsetzen, um Sicherheit zu signalisieren und sich von der Konkurrenz abzuheben", empfiehlt Behrens. Die Studie zeigt, dass österreichische Unternehmen vor allem auf gut auffindbare Kontaktdaten, ein vollständiges Impressum, eine ausreichende und exakte Beschreibung der Produkte/Dienstleistungen und die Gewährleistung von Datenschutz setzen.

Vertrauen zahlt sich aus - so geben 46 % aller Online-Käufer an, dass ihnen die Sicherheit wichtiger ist als der Preis. 52 % achten zumindest darauf, dass Onlineshops entsprechende Zertifizierungen haben. 45 % der befragten Anbieter sind bereits zertifiziert, im Handel sind es 57 %. Ein Viertel der nicht-zertifizierten Betriebe wollen sich das Gütezeichen demnächst zu holen.

98,7 Prozent der befragten E-Commerce-Unternehmen bedienen Absatzmärkte innerhalb Europas. Den Hauptanteil macht dabei das Heimatland aus: 71,2 Prozent der Befragten nehmen Bestellungen aus Österreich entgegen. Auch Deutschland (43,7 Prozent) und die Schweiz (23,1 Prozent) spielen als deutschsprachige Nachbarn eine wichtige Rolle. Mehr als ein Drittel verkauft auch außerhalb der EU. Hier sind Nordamerika, Russland und Asien die Top-Verkaufsregionen.

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© WKÖ/Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen
WKÖ/Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen
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